Persönlicher Brief von der Kanzlerin

Nach seinem Schreiben zur Corona-Krise: Merkel antwortet jungem Suderburger

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Stolz zeigt der siebenjährige Philipp Grandt aus Suderburg das Antwortschreiben, das Bundeskanzlerin Angela Merkel ihm auf seinen Brief geschickt hat.

Suderburg – Als der siebenjährige Philipp Grandt aus Suderburg vor ein paar Wochen einen persönlichen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel schickte, konnte er nicht ahnen, welche Reaktion er darauf bekommen würde.

Wie berichtet, hatte Philipp der Kanzlerin geschrieben, dass er unter den Corona-Beschränkungen leide. „Ich möchte wieder in die Schule. Ich möchte wieder zum Fußball und mit Freunden spielen“, heißt es in dem handschriftlich verfassten Brief. Zu seiner großen Freude hat der Erstklässler jetzt tatsächlich eine Antwort von Angela Merkel bekommen.

„Lieber Philipp, ganz herzlich danke ich Dir für Deinen so schön geschriebenen Brief“, schreibt ihm die Bundeskanzlerin. Und sie zeigt Verständnis dafür, dass es in der aktuellen Corona-Krise schwer sei, die Freunde zu treffen, draußen Fußball zu spielen oder zur Schule gehen zu können.

„Wir müssen immer daran denken, dass all dies im Moment alle Menschen schützt – große und kleine, alte und junge –, damit sie sich möglichst nicht gegenseitig mit dem neuen Coronavirus anstecken und manchmal auch schlimm davon krank werden“, heißt es weiter in Angela Merkels Brief. Dieser endet mit den Worten: „Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute, vor allem aber, dass Ihr alle gesund bleibt.“ Eine Autogrammkarte hat die Kanzlerin ihrem Brief ebenfalls beigefügt.

Auch wenn Philipp es insgeheim gehofft hatte: Mit einer persönlichen Antwort der Kanzlerin hatte er nicht gerechnet. „Er ist total begeistert“, erzählt seine Mutter Stefanie Grandt im AZ-Gespräch. „Welcher Erstklässler hat schon Frau Merkel als Brieffreundin?“

Auch Philipps Freunde und Verwandten freuen sich sehr über den Brief. „Sie finden es richtig super, dass Philipp sich getraut hat, mit Frau Merkel in Kontakt zu treten“, sagt seine Mutter. Philipp selbst ist auf die Antwort und die Autogrammkarte der Kanzlerin unheimlich stolz. „Er hat gesagt: ,Das habe nur ich‘“, verrät Stefanie Grandt.

Angela Merkels Brief soll jetzt eingerahmt und in Philipps Kinderzimmer aufgehängt werden. Außerdem möchte der Siebenjährige die Kanzlerin gerne mal persönlich treffen, zum Beispiel beim jährlichen Tag der offenen Tür der Bundesregierung. „Philipp überlegt auch, einen zweiten Brief an Frau Merkel zu verfassen“, verrät seine Mutter. Vor allem aber möchte er so schnell wie möglich wieder in die Schule gehen. „Er hofft, dass das Ende Mai oder Anfang Juni wieder möglich ist.“

Auch die Uelzener Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann (SPD) freut sich, dass Angela Merkel trotz der aktuellen Belastungen in der Corona-Krise die Zeit gefunden hat, Philipp zu schreiben. Lühmann hatte vom Brief des Siebenjährigen an die Kanzlerin aus der AZ erfahren. Darauf wandte sie sich an Merkels Büro in Berlin und bat darum, dem jungen Suderburger zu antworten. „Frau Merkels Büro hat sofort versichert, dass Philipp natürlich eine Antwort bekommen wird“, erzählt Lühmanns wissenschaftlicher Mitarbeiter Michael Chales de Beaulieu der AZ.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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