Hanfseil, Schmiedefeuer und Stockbrot

Museumsdorf Hösseringen startet mit Aktionen in die Saison

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Ein lautes Rattern ist gestern im Museumsdorf zu hören: Eckard Rieckmann (links) und Ulli Schultz bedienen die Gattersäge. So entstehen Bretter aus museumseigenem Holz. 

Hösseringen – Familie Zielonka wohnt noch nicht so lange in der Region, doch seit diesem Wochenende sind die Neu-Suderburger stolze Besitzer einer Familienjahreskarte für das Museumsdorf Hösseringen.

„Wir mussten uns erst ein wenig eingewöhnen“, erzählt Nils Zielonka, schließlich seien sie aus der Großstadt ins beschauliche Suderburg gekommen. Aber das Landleben hat seine Vorteile – insbesondere, wenn man sich im Freilichtmuseum einen lebendigen Eindruck vom Leben in früheren Jahrhunderten verschaffen kann. Dafür kam der Aktionstag zum Saisonbeginn gerade richtig, auch wenn der Sonntagmorgen noch einen stürmischen und eher feuchten Tag ankündigte.

„Dies ist eine sehr umfangreiche Ausstellung mit vielen Details zur Architektur“, sind sich die Zielonkas einig, und Sohn Luca ist beeindruckt, wieviel die Menschen früher selbst machen mussten. „Heute geht man einfach in den Laden und kauft ein“, meint er.

Selber machen hieß es auch bei Manuela, Frank und Hinrich Ehlers von der Seilerei Ehlers, die an diesem Wochenende mit ihrer historischen Spinnmaschine im Museumsdorf vorführten, wie noch um 1900 Seile hergestellt wurden. „Diese Maschine nutzen wir nur noch im Museumsdorf“, erzählt Frank Ehlers, heute sei für die Herstellung von Seilen sehr viel weniger Handarbeit nötig. Die Ehlers haben aber nicht vergessen, wie es geht, und so wird der Faden aufgespannt und dann werden mit der großen Handkurbel die drei Litzen zu einem festen Hanfseil verdreht, das zum Schluss fachmännisch verknüpft und den interessierten Besuchern in die Hand gedrückt wird.

In der Schmiede: Leana Palinkas lässt sich von Hinrich Schulz zeigen, wie Eisen in Form gebracht wird.

Auch in der Schmiede ist etwas los und Museumsschmied Hinrich Schulz produziert mit Unterstützung seiner Gäste jede Menge Haken und Ringe. Leana Palinkas aus Lamspringe probiert es ebenfalls aus. Geduldig facht sie zwischen den Arbeitsgängen mit dem Blasebalg immer wieder die Glut an und wenn der Schmied kommandiert „Jetzt volle Kalotte auf die Spitze“ nimmt sie schnell den großen Hammer zur Hand, um das Eisen in die richtige Form zu bringen.

Im Kötnerhaus wird währenddessen Stockbrot gebacken und nebenan rattert die große Gattersäge und produziert Bretter aus museumseigenem Holz. Viele Besucher nutzen auch die Gelegenheit, an einer Führung durch das Imkerhaus teilzunehmen.

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