Wetterkapriolen trüben die Bilanz

Museumsdorf Hösseringen: Deutlicher Rückgang der Besucherzahl 2018

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Das „Klang-Rausch-Treffen“ wird 2019 wieder eine der großen Veranstaltungen im Museumsdorf Hösseringen sein. Das Jahresprogramm stellte Dr. Ulrich Brohm, Geschäftsführer des Museumsvereins, jetzt vor.

Hösseringen – Erst war es im April noch regnerisch und kalt, dann kam die große Hitze, die bis in den Herbst andauerte. Unter den Kapriolen des Wetters litt im vergangenen Jahr das Museumsdorf Hösseringen.

Das hat sich in den Besucherzahlen niedergeschlagen, erklärte Dr. Ulrich Brohm, Geschäftsführer des Museumsvereins, am Mittwochabend auf dessen Mitgliederversammlung. 25 173 Besucher wurden in der zurückliegenden Saison im Museumsdorf gezählt – das waren 3181 weniger als im Jahr zuvor.

Außerdem gab es 2018 Konkurrenz durch Parallelveranstaltungen. „Das macht sich immer stärker bemerkbar“, erklärte Brohm und nannte ein Beispiel: Zeitgleich zum Hösseringer Erntedankfest Ende September hatten unter anderem die Lüneburger Sülfmeistertage und das Weinfest im Uelzener Bahnhof stattgefunden.

„Auch das Angebot an Veranstaltungen mit denselben Themen wird größer“, sagte Brohm. „Wir sind deshalb angehalten, uns neue Formate zu überlegen oder bestehende Veranstaltungen durch neue Angebote attraktiver zu machen.“

Und das sind die Höhepunkte 2019 im Museumsdorf: Die Saison startet am 17. März. Am 25. Mai wird die neue Ausstellung „200 Jahre Rieselwiesen in Suderburg“ eröffnet, die zusammen mit der Ostfalia-Hochschule und der Bergakademie Freiberg erarbeitet wurde.

Ein Wochenende voller Musik steht am 15. und 16. Juni mit dem „Klang-Rausch-Treffen“ an. Das Schlepperveteranen-Treffen ist für den 30. Juni geplant. Am 31. August geht es bei der „Bat Night“ auf Fledermaus-Pirsch. Ab 7. September findet die Köhlerwoche statt, am 6. Oktober das Erntedankfest, am 31. Oktober ein Aktionstag zum Saisonabschluss und am 10. November der Kunsthandwerkermarkt.

Verbessert hat sich 2018 die Haushaltslage des Museums. Die Besucher-Einnahmen stiegen von 103 000 auf knapp 106 000 Euro, was aber an der Erhöhung der Eintrittspreise lag. Gleichzeitig legte der Umsatz des Museumsladens von 59 000 auf 62 000 Euro zu. Der Etat 2018 weist ein Plus von 14 300 Euro aus. „Das ist der vierte Überschuss in Folge. Unsere Finanzen haben sich konsolidiert“, berichtete Brohm. Und so wurden die Jahresrechnung 2018 und der ausgeglichene Haushaltsplan 2019 von den Mitgliedern einstimmig beschlossen.

Sorgen bereitet dem Verein jedoch, dass das Haus am Landtagsplatz in Hösseringen 2018 aus finanziellen Gründen geschlossen wurde. Damit fehlt ein wichtiges Angebot für die Museumsdorf-Besucher. Der Verein will das zumindest an den Wochenenden durch eine „gastronomische Grundversorgung“ ausgleichen, kündigte Brohm an.

Geplant ist, im Eingangsbereich des Museums Tische und Bänke unter einem Sonnensegel aufzustellen. Gastwirte sollen für die Bewirtung sorgen. „Das ist aber der Plan B. Unsere Hoffnung ist, dass im Frühjahr wieder ein Gastronom seine Türen im Haus am Landtagsplatz öffnet“, sagte Museumsvereins-Vorsitzender Jörg Hillmer.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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