Daller Weg, Besucherzahlen und Ausstellungen: Bilanz einer Saison mit Umleitungen

Museum peilt erneut Gütesiegel an

+
Museumsdorfleiter Dr. Ulrich Brohm (links) und Museumspädagoge Günther Reimers vor dem Kötnerhaus aus Oldendorf (Luhe). In dem Haus aus dem Jahr 1596 findet im nächsten Jahr die Dauerausstellung „Ländliches Wohnen und Wirtschaften im 16. Jahrhundert“ ihren Platz. Die 190 000 Euro Fördermittel sind zusammen.

Hösseringen. Die Lage hat sich mit Blick auf das letzte Jahr ein wenig entspannt: „Wir haben mehr Besucher als im letzten Jahr, aber ich hätte gern noch mehr gehabt“, zieht Hösseringens Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm Bilanz der nun abgelaufenen Saison.

18 900 Gäste besuchten das Freilichtmuseum der Lüneburger Heide in diesem Jahr. 16 300 waren es 2012. Vor der Umleitung durch die Straßenbaumaßnahmen in Suderburg und Hösseringen waren es 20 700 Gäste im Jahr 2011. „Der Schilderwald am Kreisel in Suderburg sorgt noch für Verwirrung“, bedauert Brohm.

Weniger Besucher als im Vorjahr stellten Brohm und seine Mitstreiter bei den Veranstaltungen fest. 2012 waren es noch 13 000, in diesem Jahr rund 2000 weniger. Das erklärt Brohm sich durch das Wetter und Konkurrenz-Veranstaltungen. „In der Winterpause werden wir überlegen, wie wir das Programm ausbauen und Veranstaltungen attraktiver gestalten können“, sagt der Museumsleiter. Neu im Programm waren in diesem Jahr beispielsweise die Themenführungen. „Einige wurden sehr gut angenommen, andere weniger gut“, lautet Brohms Bilanz. Schon jetzt steht fest, dass das Ferienprogramm ausgebaut wird. Brohm: „Wir hatten eine sehr positive Resonanz.“

Denkt man an das Museumsdorf, dann denkt man unweigerlich an ein aktuelles Thema der Kreispolitik: den Ausbau des Daller Weges. „Ein Ausbau ist aus unserer Sicht nur zu befürworten“, findet Brohm. Museumspädagoge Günther Reimers ergänzt: „Wir fühlen uns nicht nur für den Landkreis Uelzen zuständig, sondern auch für die Landkreise Celle, Gifhorn und Heidekreis.“ Insbesondere Tagesgäste stammen vorwiegend aus jener Region. Lkws könne man durch eine sinnvolle Beschilderung vom Daller Weg fernhalten, so Reimers.

Im Jahr 1975 entstand das Freilichtmuseum der Lüneburger Heide an seinem heutigen Standort. „Die Verkehrsanbindung ist schlecht, aber das Gelände hat Vorteile, denn es ist ruhig und naturnah“, schildert der Museumsleiter. Ursprünglich sollte es mal an der alten Wassermühle in Uelzen entstehen, erinnert sich Brohm. Doch in Hösseringen werden die Besuche mit einem Spaziergang verknüpft und die Häuser machen die Inhalte sehr anschaulich.

Das Projekt Landhandel mit einem Landhandelsschuppen aus Kiefern und einem Eisenbahnwaggon wurde in diesem Jahr in die Tat umgesetzt. „Es gibt noch jede Menge geplante Projekte“, weiß Reimers. Drei große Aufgaben stehen Brohm und seinem Team ins Haus: Die Dauerausstellung „Ländliches Wohnen und Wirtschaft im 16. Jahrhundert“, eine Sonderausstellung zum ersten Weltkrieg und dessen Folgen auf die Region sowie die Erneuerung der Registrierung im Museumsverband für Niedersachsen und Bremen – eine Art Gütesiegel. Brohm: „Wir müssen Konzepte erstellen. Die Zertifizierung ist wichtig für alle Förderer und Stifter. Aber wir können uns auch kritisch überprüfen.“

Gespannt warten Brohm und Reimers auf den Zuschuss des Landkreises Uelzen. „Dem Landkreis ist bewusst, dass wir einen hohen Stellenwert für den Tourismus haben“, sagt Brohm. Der Kreis fördert das Museum, Betreiber ist der Museums- und Trägerverein mit seinen rund 600 Mitgliedern.

Von Jörn Nolting

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare