Experte Raimund Nowak stellt in Suderburg Probleme und Chancen dar

Mobilität auf dem platten Land

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Der Experte Raimund Nowak spricht sich klar für batteriebetriebene Fahrzeuge aus. Die Wasserstofftechnologie hingegen sei nicht effizient genug. 

Suderburg – Funktionieren neue Formen der Mobilität nur in den Ballungsräumen oder sind sie auch etwas für das platte Land? Das war die Fragestellung, mit der sich der Experte für E-Mobilität Raimund Nowak, Geschäftsführer der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg, jetzt auf Einladung von Suderburgs Bürgermeister Hans Herrmann Hoff (Grüne) in der Ostfalia beschäftigte.

Ein Problem machte Hoff gleich zu Beginn aus. Viele der Mobilitätskonzepte und Projektideen seien für dünn besiedelte Räume nur teilweise umsetzbar. Wo nur 64 Einwohner je Quadratkilometer wohnten wie im Kreis Uelzen oder noch weniger wie im Suderburger Raum, sei der Individualverkehr mittels PKW noch für längere Zeit dominierend. „Daher ist es umso wichtiger, wie umweltfreundlich die Autos in Zukunft angetrieben werden“, sagt Hoff. Denn die CO2-Emissionen seien in den vergangenen Jahren im Verkehrsbereich noch weiter angestiegen.

Nowak, im Kreis als ehemaliger Grünen-Stadtrat bekannt, plädiert in dem Fall eindeutig für batterie-elektrische Fahrzeuge. Diese seien die Chance, die Emissionen in den Griff zu bekommen. Außerdem sei er für die verbindliche Einführung eines Batterie-Recycling-Systems und die Produktion der Batterien mit Energie aus Wind und Sonne, um auch in diesem Teilbereich nachhaltig zu arbeiten. Elektroautos seien nicht der Todesstoß für die deutsche Autoindustrie.

Dem Einsatz der Wasserstofftechnologie im Individualverkehr steht Nowak hingegen skeptisch gegenüber. Ein Nachteil des Wasserstoffautos sei der deutlich höhere Energieverbrauch gegenüber E-Fahrzeugen. Es fehle an Effizienz. So müssten parallel zum Ziel der Energieversorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Quellen 50 Prozent des Stromverbrauchs reduziert werden, die man für die Gewinnung von Wasserstoff bräuchte. Bei Großfahrzeugen sei Wasserstoff hingegen sinnvoll.

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