Neues Projekt von Ostfalia und Uelzener Soroptimisten: Technik-Workshops speziell für Schülerinnen

MINT-Camp macht Mädchen Mut

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Das für Ende August geplante MINT-Camp an der Ostfalia Hochschule in Suderburg soll das Interesse von Mädchen an Berufen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik wecken.

Suderburg. „Jungs haben oft eine größere Klappe.“ Professor Dr. Albrecht Meißner, Dekan der Fakultät Bau-Wasser-Boden an der Ostfalia Hochschule in Suderburg, bringt es auf den Punkt.

Wenn es um die MINT-Berufe – Jobs in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – geht, lassen sich viele Mädchen von ihren männlichen Altersgenossen den Schneid abkaufen. Dabei sind junge Frauen für diese Berufe häufig sehr begabt. Um ihr Interesse am MINT-Sektor zu fördern, veranstaltet der Ostfalia-Standort auf Initiative des Clubs Soroptimist International Uelzen erstmals ein MINT-Camp für Mädchen.

An dieser praxisnahen Veranstaltung, die vom 24. bis zum 28. August in der Suderburger Hochschule stattfindet, können bis zu 20 Schülerinnen aus den 8. und 9. Klassen des Lessing- und des Herzog-Ernst-Gymnasiums, der Oberschule Uelzen und der KGS Bad Bevensen teilnehmen. Das Auswahlverfahren läuft intern in diesen Schulen.

Bewusst richtet sich das Camp an die beiden genannten Klassenstufen, sagt Philine Haase, Mitglied der MINT-Arbeitsgruppe der Uelzener Soroptimistinnen. „Das ist die Zeit vor dem mittleren Schulabschluss und ein wichtiger Fingerzeig für die Berufswahl oder die Leistungskurse“, erklärt Haase, von der die Idee zu dem Camp stammt. Dessen inhaltliche Betreuung übernehmen Professoren und Mitarbeiter der Ostfalia. Begleitet werden die Mädchen zudem von Soroptimist-Mitgliedern.

„In Deutschland herrscht ganz großer Bedarf im Bereich MINT. Wir versuchen, jeden zu gewinnen und zu fördern, der sich dafür interessiert“, betont Meißner. Mit einem bundesweiten Anteil von 12 bis 15 Prozent seien Frauen in technischen Studiengängen stark unterrepräsentiert.

Viele Mädchen hätten Interesse an MINT-Fächern, weiß Ostfalia-Dozent Christian Weber. „Trotz guter Schulnoten verlieren sie dieses aber oft, wenn sie im direkten Wettbewerb mit Jungs stehen. Von ihnen lassen sie sich leicht einschüchtern.“ Das bestätigt Susanne Zierath von den Uelzener Soroptimistinnen: „Mädchen sind oft zurückhaltender. Das führt dazu, dass sie sich nicht so darstellen können.“

Das Camp an der Ostfalia soll ihnen daher nicht nur viele Informationen über MINT-Berufe bieten, sondern auch ihr Selbstbewusstsein steigern. Und so heißen die sechs angebotenen Workshops beispielsweise „Die erste Programmiererin war eine Frau, jetzt kommen wir“, „Unser Alltag ist Physik“ und „Wir gehen unseren Weg“. Geplant sind auch eine GPS-Rallye und zwei Exkursionen zur Suderburger Kläranlage und zur Esterholzer Schleuse. Weitere Infos gibt es online unter www.Facebook.com/MintCamp.

Von Bernd Schossadowski

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