Bohlsener Mühle plant Erweiterung für bis zu 20 Millionen Euro / Neue Backstraße als erster Schritt

Mehr Platz für die Produktion

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Auf dieser Fläche an der Bundesstraße 71 – westlich der Bohlsener Mühle – will sich der Betrieb erweitern. Jetzt wurden erste Pläne vorgestellt.

Bohlsen. Für Wolfgang Hahnemann (SPD), Mitglied des Gerdauer Bauausschusses und Fraktionschef im Gemeinderat, gibt es keinen Zweifel: „Die Bohlsener Mühle ist ein wichtiger Steuerzahler.

Gerade im ländlichen Raum, wo es nur wenig Wirtschaft gibt, können wir es uns gar nicht leisten, den Erweiterungsplänen nicht zuzustimmen“, sagte er jetzt am Rande der Bauausschuss-Sitzung. Dieser Meinung schloss sich das Gremium an. Es sprach sich einstimmig für das millionenschwere Vorhaben der Mühle aus.

Volker Krause

Der rein ökologisch produzierende Betrieb will seinen Standort am Neuen Weg – an der Bundesstraße 71 außerhalb des Bohlsener Ortskerns – in westlicher Richtung vergrößern. „Unsere Kapazitäten im Altdorf sind begrenzt“, erklärt Volker Krause, geschäftsführender Gesellschafter. Auf dem ins Auge gefassten Gelände würde es hingegen deutlich mehr Platz für die Produktion, aber auch für das Rangieren der Fahrzeuge geben.

Dort will das Unternehmen im kommenden Jahr eine dritte Backstraße bauen – zwei existieren bereits vor Ort. Für die nächsten drei bis fünf Jahre geplant ist zudem der Bau einer Frischebäckerei, einer neuen Mühle, eines Silos und eines Hochregal-Lagers. „Die neue Bäckerei hätte die doppelte Kapazität unserer bestehenden im Altdorf“, sagt Krause. Mit der Erweiterung an der B 71 werde die alte Mühle im Ortskern aber nicht aufgegeben.

Diese bleibe für die Produktion erhalten. „Mit der neuen Mühle würde unsere Kapazität von 30 Tonnen pro 24 Stunden auf etwa 100 Tonnen steigen“, sagt Krause.

Sollte sich alles wie geplant umsetzen lassen, sei mit Investitionen von bis zu 20 Millionen Euro zu rechnen, schätzt er. Geplant sei auch eine Aufstockung der Mitarbeiterzahl im Laufe der Jahre – von derzeit rund 200 auf 230 bis 240.

Weil als Folge der Erweiterung mit mehr Schwerlastverkehr auf der B 71 zu rechnen sei, solle aus Sicherheitsgründen eine gesonderte Linksabbiegerspur zum Firmengelände gebaut werden, sagte Stadtplaner Henrik Böhme auf der Bauausschuss-Sitzung. Für die Kosten werde die Bohlsener Mühle aufkommen. Der Ausschuss empfahl jedoch, dass sich die Gemeinde Gerdau mit 10 000 Euro an der Einmündung und am Ausbau eines benachbarten Wirtschaftsweges beteiligen soll.

Stimmt nun auch der Rat dem Vorhaben zu, soll eine Bürgerversammlung einberufen werden, auf der die Pläne detailliert vorgestellt werden. Auch die Behörden und sonstigen Träger der öffentlichen Belange werden unterrichtet.

Elvira Hentschke (CDU), Vorsitzende des Bauausschusses, begrüßte die geplante Erweiterung der Bohlsener Mühle. „Ein florierendes Wirtschaftsunternehmen hier zu beherbergen, ist ein Geschenk für die Gemeinde“, meinte sie.

Von Bernd Schossadowski

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