Auf „Sporensuche“ im Wald

Martina Borchardt bietet seit über 20 Jahren Pilz-Exkursionen in Hösseringen an

Die Pilzkennerin begutachtet den Fund einer Teilnehmerin
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Nach neuen Funden ist sofort die Einschätzung der Pilzkennerin Martina Borchardt (rechts) gefragt.

Die AZ hat sie jetzt bei einer Wanderung begleitet.

Hösseringen- Perl- oder Pantherpilz? Giftig oder essbar? Abschneiden oder rausdrehen? Martina Borchardt hat alle Hände voll zu tun, die vielen Fragen der Teilnehmer zu beantworten. Sie sagt „Über Pilze kann man nie genug wissen“ und bietet deshalb seit mehr als 20 Jahren Exkursionen in die Wälder rund um Hösseringen an.

Für die rund 20 Teilnehmer, die sich am Parkplatz des Museumsdorfes in Hösseringen treffen, hat Martina Borchardt zu Beginn der Exkursion schlechte Nachrichten: Sie rechnet mit einer dürftigen Ausbeute, da sie an diesem Tag schon viele Sammler im Wald gesehen hat.

Doch noch bevor sich schlechte Laune breitmachen kann, gelingt ausgerechnet der jüngsten Teilnehmerin ein toller Fund. Die fünfjährige Lilly-Luise aus Berlin hält einen Pilz mit brauner Kappe und rotbeflocktem Stiel in den Händen. „Das ist ein flockenstieliger Hexenröhrling. Einer der besten Pilze“, freut sich Martina Borchardt.

Mit ihrer Einschätzung sorgt die Pilzkennerin für erstaunte Gesichter. „Den hätte ich im Leben nicht mitgenommen“, wundert sich eine Teilnehmerin. Derartige Überraschungen gibt es an diesem Tag noch häufiger. So wandern nach Borchardts Begutachtung auch solch ungewöhnlich anmutende Exemplare wie der Schopftintling oder der lila Lacktrichterling in den Sammelkorb.

Als absolute Expertin möchte sich Borchardt aber nicht verstanden wissen. Sie erklärt, dass sie nur Pilze sammele, die sich eindeutig bestimmen und auseinanderhalten lassen. So würde sie beispielsweise keine Täublinge anrühren, weil sich die Arten untereinander zu ähnlich sehen. Auch deshalb habe es in mehr als 20 Jahren keine Zwischenfälle mit Pilzvergiftungen gegeben.

Schon in ihrer frühesten Kindheit ging die 67-Jährige mit ihren Großeltern Pilze sammeln. Ihr Wissen hat Borchardt mit Büchern vertieft, zudem tauscht sie sich gerne mit Gleichgesinnten über Facebook aus. Bei den Wanderungen wird sie stets von „Trüffel“-Hündin Paula begleitet.

Für viele der Teilnehmer ist es nicht die erste Führung unter Borchardts Anleitung. „Sie hat eine sehr angenehme und fachkundige Art“, sagt Elisa Brökling aus Köln, die zum neunten Mal dabei ist. Auch Dirk Simoleit-Knauff ist Wiederholungstäter. „Wir haben uns in die Region verliebt“, verrät der Berliner. Mit Ehefrau und Tochter will er bald in den Raum Uelzen ziehen.

Trotz der schlechten Prognose freuen sich die Teilnehmer am Ende über ein ansehnliches Ergebnis. Neben so schmackhaften Pilzen wie Marone, Pfifferling, Edelreizker und Krause Glucke hat es auch Martina Borchardts Liebling, der Steinpilz, in den Sammelkorb geschafft.

Freie Plätze bei den drei- bis fünfstündigen Pilzführungen gibt es übrigens nur noch donnerstags. Dagegen sind die Exkursionen an Sonnabenden bereits ausgebucht. Die nächsten Termine sind am 23. und 30. September sowie am 7., 14., 21. und 28. Oktober. Treffpunkt ist jeweils um 13 Uhr auf dem Parkplatz des Museumsdorfes Hösseringen. Anmeldungen sind möglich unter Telefon (01 62) 7 16 23 07 oder per E-Mail martina-borchardt@gmx.de

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