Möglicher Bau weiterer Hallen stößt auf heftige Kritik

Ausschuss streitet über Flugplatz Barnsen: „Das macht mir Angst“

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Flugbetrieb über dem Gelände in Barnsen: Beim jährlichen Tag der offenen Tür des Flugsportvereins Cumulus geht es immer rund. Doch in den restlichen Wochen des Jahres stören sich viele Anwohner an den Lärmbelastungen durch Flugzeuge.

Barnsen. Schon jetzt sind Flugsportler, deren Maschinen verbotswidrig über Barnsen kreisen, vielen Einwohnern ein Dorn im Auge. Doch mit einer möglichen Erweiterung des örtlichen Flugplatzes könnte die Lärmbelastung noch viel schlimmer werden, befürchtet Hermann Meyer, Mitglied im Bauausschuss der Gemeinde Gerdau.

Dieser hat jetzt mit vier zu eins Stimmen eine Änderung des Bebauungsplans für den Flugplatz Barnsen empfohlen. Damit wird die Möglichkeit geschaffen, dort weitere Flugzeughallen zu bauen.

Das kritisiert Meyer jedoch scharf. „Neue Hallen bedeuten mehr Flugzeuge, mehr Nutzer und mehr Schmutzwasser-Aufkommen auf dem Flugplatz“, warnte der parteilose Politiker, der dem Ausschuss allerdings nur in beratender Funktion angehört und daher nicht stimmberechtigt ist.

Das sah Werner Meumann (SPD) genauso. Bislang gebe es auf dem Flugplatz 2800 Quadratmeter Hallenflächen. Laut Bebauungsplan könnten bis zu 6600 Quadratmeter hinzukommen, sagte er. „Das macht mir Angst.“ Und er äußerte eine weitere Befürchtung: Sollte der Flugplatz in Lüneburg irgendwann einmal dicht machen, könnten für die dortigen Flugzeuge Hallen in Barnsen geschaffen werden, glaubt der SPD-Politiker. „Dann haben wir hier ein höheres Flugaufkommen und wesentlich mehr An- und Abfahrten.“ Deshalb stimmte Meumann als einziges Ausschussmitglied gegen die Änderung des Bebauungsplans.

Keine Mehrheit im Ausschuss fand unterdessen ein Antrag von Meyer. Er forderte, dass die Gemeinde den Anschluss des Flugplatzes an die zentrale Abwasserbeseitigung zur Voraussetzung für ihre Zustimmung zu baulichen Erweiterungen auf dem Gelände macht. Das lehnte der Ausschuss mit vier zu eins Stimmen ab. „Sollten tatsächlich einmal zusätzliche Flughallen gebaut werden, wird geprüft, ob die bestehende Kleinkläranlage die anfallende Abwassermenge noch aufnehmen kann“, betonte Kreis-Baudezernent Frank Peters. „Sollte das nicht der Fall sein, muss der Zentralanschluss her.“

Carsten Zippel vom Oldenburger Planungsbüro P 3 stellte dem Ausschuss noch einmal den Entwurf für die geplanten Änderungen auf dem Barnser Flugplatz vor. Er erklärte, dass ein möglicher Bau weiterer Hallen nicht automatisch zu mehr Fluglärm führen würde. „Die zulässige Anzahl der Flugbewegungen und die Lärmbelastung sind im Rahmen der luftfahrtrechtlichen Genehmigung geregelt. Diese wird durch die jetzige Planung nicht berührt“, betonte Zippel. Ohnehin sei eine erhebliche Ausweitung des Flugbetriebs nicht zu erwarten.

Voraussichtlich im Juli oder August wird der Bebauungsplan-Entwurf öffentlich ausgelegt. Dann können sich die Bürger dazu äußern. Wenn das Verfahren wie geplant verläuft, wird der Rat Gerdau im dritten Quartal 2017 abschließend darüber entscheiden.

Von Bernd Schossadowski

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