Carsten Kadach: Von der Linie in die Politik

Als Schiedsrichterassistent erlebte der Suderburger Carsten Kadach den Sieg der Spanier im Viertelfinale der Europameisterschaft 2008 in Wien gegen Italien mit. Nun will er sich politisch für seine Region engagieren. Foto: dpa

Suderburg. Er beschreibt sich selbst als „Mann klarer Worte“ – eine Eigenschaft, die der Suderburger Carsten Kadach schon hin und wieder auf dem Fußballplatz beweisen konnte und musste. Als Schiedsrichterassistent stand er nicht nur in der Bundesliga, sondern auch in der Champions-League sowie bei Europameisterschaften an der Linie. Doch am Saisonende ist für den 47-Jährigen nun Schluss.

Kadach will sich für die Region engagieren und will kommunalpolitisch arbeiten. Er kandidiert für das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde, für den Samtgemeinderat und den Kreistag. Im Vorfeld hatte der Suderburger in die politische Landschaft seiner Samtgemeinde geschnuppert und sich in Reihen der SPD, WSL und CDU umgeguckt. Am Ende entschied er sich für die Christdemokraten. Ausschlaggend für ihn waren die Inhalte und Perspektiven. „Auf kommunaler Ebene geht es aber auch um das Menschliche“, betont Kadach und im Team der Suderburger CDU fühlt er sich wohl. „Er ist sehr gradlinig und hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg“, charakterisiert CDU-Fraktionschef Udo Depner den politischen Neuling: „Er kann mit Menschen umgehen und ich denke, wir passen gut zusammen.“

„Insgesamt sehe ich den Karren ziemlich vor die Wand gefahren“, sagt Kadach mit Blick auf die Strukturreform. Seiner Meinung nach agierte die Verwaltungsspitze in manchen Fällen unsensibel und hat die eigenen Interessen in den Vordergrund gestellt. „Wenn ich – hoffentlich – mitmache, dann möchte ich vorankommen“, unterstreicht er. So gibt es die drei politische Gemeinden – er will nicht die Leute gegen ihren Willen verhaften und zu einer bestimmten Lösung zwingen, sondern nach der Wahl mit einer neuen Mannschaft bei null beginnen und sachgerecht arbeiten. „Was mich stört, ist, wenn nur politisch abgearbeitet wird“, sagt Kadach. Er geht davon aus, dass er hin und wieder anecken wird, weil er auch mal provoziert. Aber das bleibt nun mal nicht aus, wenn man ein Mann klarer Worte ist.

Von Jörn Nolting

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