Theo Grüntjens aus Räber hat einen Bildband über Birkhühner veröffentlicht

Die letzten Ritter der Heide

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Ein seltenes Schauspiel: Zwei Birkhähne kämpfen während der Balz. Über diese stark gefährdete Tierart hat Theo Grüntjens zusammen mit Dr. Egbert Strauß und Cornelia Meutzner jetzt einen Bildband veröffentlicht. 

Räber – Es klingt nach einem mittelalterlichen Epos: „Die letzten Ritter der Heide“ lautet der Untertitel des neuen Buches, das der Diplom-Forstingenieur, Naturfotograf und Wolfsexperte Theo Grüntjens aus Räber jetzt herausgegeben hat.

Doch der 210 Seiten umfassende Bildband handelt nicht von Edelleuten in schimmernder Rüstung, sondern von einer stark bedrohten Tierart. Das Buch, das ab heute im Buchhandel erhältlich ist, trägt den Titel „Faszination Birkhuhn“.

Theo Grüntjens, Einer der Autoren des Buches

Die Texte hat Grüntjens, ehemaliger Leiter der Rheinmetall-Forstverwaltung in Unterlüß, zusammen mit zwei weiteren Autoren verfasst, dem Biologen Dr. Egbert Strauß und der Diplomingenieurin Cornelia Meutzner. Die Fotos stammen zum größten Teil von Grüntjens.

Der hochwertige, grafisch anspruchsvoll gestaltete Bildband stellt die Lebensweise der Birkhühner in den Mittelpunkt. Neben beeindruckenden Fotos bietet das Buch wissenschaftlich fundierte Informationen. Zu sehen sind alle Entwicklungsstufen der Birkhühner: vom Ei über die Küken bis zu ausgewachsenen Tieren. Auch Aufnahmen von der Balz und den charakteristischen Flattersprüngen der Birkhähne sind Grüntjens gelungen. Echte Raritäten sind die Fotos von Birkhennen. „Sie sind extrem selten in der Natur zu sehen“, weiß der Räberaner. Außerdem zeigt das Buch die typischen Lebensräume, artverwandte Tiere und natürliche Feinde wie Fuchs, Habicht und Rabe.

Laut Grüntjens ist der Anblick von Birkhühnern „wie ein Sechser im Lotto“. Obwohl die Tiere vor 100 Jahren noch allgegenwärtig in der norddeutschen Heide waren, kommen sie heute nur noch in einigen wenigen Gebieten vor. Das niedersächsische Vorkommen ist aktuell in fünf größere Teilpopulation zersplittert. Es verteilt sich in erster Linie auf Areale im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide, auf dem Testgelände der Firma Rheinmetall und den Truppenübungsplätzen Munster und Bergen.

Doch der fortschreitende Verlust von Lebensräumen hat zu einem extremen Rückgang der Bestände geführt, beklagt die Landesjägerschaft Niedersachsen. Inzwischen sind Birkhühner in Mittel- europa vom Aussterben bedroht. Bis zum Jahr 2011 hatten sich die Bestände in Niedersachsen zwar auf 260 Tiere erhöht. Doch inzwischen leben in der Lüneburger Heide nur noch rund 130 Birkhühner.

Deshalb fordert die Landesjägerschaft alle Beteiligten auf, mehr Anstrengungen zum Schutz und Erhalt dieser Tierart zu unternehmen. Wichtig sei eine stärkere Zusammenarbeit. Die Umsetzung von Maßnahmen, sei es wissenschaftliche Begleitforschung, praktische Habitatverbesserung oder die Bejagung der Beutegreifer, dürfe nicht an Kreisgrenzen enden.

Grüntjens nimmt auch die hiesigen Behörden in die Pflicht. „Der Landkreis Uelzen ist mit dieser Vogelart besonders in der Verantwortung, da hier noch fast 15 Prozent der westeuropäischen Population als Restbestand vorkommen“, erklärt er. Seine Hoffnung ist, dass „die letzten Ritter der Heide“ auch in Zukunft noch in der Lüneburger Heide leben.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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