Massive Internet-Probleme in Gerdauer Schule / IT-Verbund verspricht Abhilfe

Letzte Rettung: Brieftauben

Rektorin Carola Albrecht ist verärgert. Wegen der IT-Probleme in der Grundschule Gerdau sind die Computer in der Bücherei seit Monaten verwaist. Die Schüler können dort das Programm zur Leseförderung nicht nutzen.
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Rektorin Carola Albrecht ist verärgert. Wegen der IT-Probleme in der Grundschule Gerdau sind die Computer in der Bücherei seit Monaten verwaist. Die Schüler können dort das Programm zur Leseförderung nicht nutzen.
  • Bernd Schossadowski
    vonBernd Schossadowski
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Gerdau – Wenn Carola Albrecht, Rektorin der Grundschule Gerdau, in ihrem Büro im Internet surfen will, braucht sie viel Geduld und Glück. Denn schon seit August gibt es an ihrer Schule massive IT-Probleme, die sich einfach nicht beheben lassen.

Nicht nur das Internet ist immer wieder gestört, auch das Versenden und Empfangen von E-Mails klappt nur sporadisch. Die Kinder können nicht an den Computern in der Schulbücherei arbeiten. Zudem sind ihre Laptops nicht einsatzbereit. Willkommen in der digitalen Welt des 21. Jahrhunderts.

„Es ist ein Drama“, sagt Carola Albrecht. Sie vermutet Serverprobleme als Ursache. Der IT-Verbund Uelzen war zwar schon mehrfach in der Schule, konnte bislang aber keine Abhilfe schaffen. So habe die Einrichtung eines neuen Dienstrechners für die Schulleiterin nichts gebracht. Zu allem Überfluss habe ihr der IT-Verbund mitgeteilt, dass er erst im Verlauf des nächsten Jahres die personellen Kapazitäten habe, um der Schule helfen zu können, berichtet Carola Albrecht.

„Wir sind so desillusioniert, dass wir sagen: Von uns hat keiner Lust, das Konzept zum Digitalpakt anzufassen“, klagte sie jetzt im Schulausschuss der Samtgemeinde. „Ich beantrage hiermit Brieftauben“, übte sie sich in Galgenhumor. Maria Lembeck, Rektorin der Grundschule Suderburg, griff die sarkastische Spitze auf: „Wenn Sie Tauben brauchen: Es nisten welche an unserer Schule.“

Die Reaktion im Schulausschuss fiel deutlich aus. „Das ist ein unhaltbarer Zustand“, schimpfte Dierk Pellnath. „Es muss endlich etwas geschehen, und zwar nicht erst 2021, sondern umgehend.“ Auch Suderburgs Samtgemeindebürgermeister Thomas Schulz war verärgert. „Das ist wirklich unschön. Mir steht es bis hier. Wenn wir weiter so niederschwellig mit dem IT-Verbund zusammenarbeiten, dann platzt uns der Digitalpakt weg“, warnte er. Der Dienstleister müsse sich zeitnah um das Problem kümmern, forderte Schulz.

Doch das sei einfacher gesagt als getan, erklärt Andreas Hense, Vorstand des IT-Verbundes, im AZ-Gespräch. Denn für eine umfassende EDV-Betreuung der Schulen im Landkreis Uelzen fehle der kommunalen Anstalt einfach das Personal. „Wir haben dafür derzeit nur einen Mitarbeiter, es wären aber vier nötig“, sagt Hense. Schon seit Monaten suche man händeringend nach weiteren Fachkräften – bislang ohne Erfolg.

Trotzdem sei der IT-Verbund in der Grundschule Gerdau nicht untätig gewesen und habe dort unter anderem einen neuen Drucker und einen Laptop installiert. Zuletzt seien acht iPads für die Schüler eingerichtet worden. Es gebe aber noch viele Baustellen in der Schule. „Das WLAN ist auf einem alten Stand und muss komplett erneuert werden, ebenso der Server“, schildert Hense. Und er verspricht: „Wir versuchen, das mit aller Kraft zu bereinigen. Deshalb wollen wir jetzt einen externen Dienstleister beauftragen, um in der Grundschule schnellstmöglich Abhilfe zu schaffen.“

Das klappt aber nur, wenn dem Dienstleister selbst genug Personal zur Verfügung steht. Und wenn nicht, bliebe der Schule ja noch die Option mit den Brieftauben.

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