„Es brennt gewaltig“

Landwirt aus Bahnsen fordert Auflistung aller Wolfsrisse im Kreis Uelzen

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Landwirt Reinhard Dehrmann ist über die Zahl der Nutztierrisse durch Wölfe alarmiert. Um das Ausmaß zu verdeutlichen, fordert er den Kreis Uelzen auf, eine Auflistung aller Risse pro Jahr zu veröffentlichen.

Bahnsen/Suderburg – Sie kamen angeblich am helllichten Tag und sonnten sich neben dem Lauftreff des VfL Suderburg an der Kreisstraße in Richtung Hösseringen. Mehrere Wölfe seien vor Kurzem im Ort gesichtet worden, berichtet Weidetierhalter Reinhard Dehrmann aus Bahnsen.

Vor einer Woche wurden dann sechs Schafe auf einer Weide bei Holxen gerissen. Für Dehrmann ist das Maß nun voll. „Es kann nicht angehen, was hier los ist. Es brennt gewaltig“, schimpft er und fordert, den Abschuss von Wölfen zu erleichtern.

Jetzt unternimmt Dehrmann einen Vorstoß in Richtung Kreisverwaltung. Diese möge der Öffentlichkeit eine Auflistung aller Wolfsrisse vorlegen, die sich innerhalb eines Jahres im Kreis Uelzen ereignet haben. Wolfsberater Theo Grüntjens gebe diese Informationen zwar ans Land weiter, „aber auch wir wollen wissen, was hier los ist“, betont Dehrmann.

Der jüngste Riss auf einer Weide nahe Holxen macht ihn betroffen. Dort wurden fünf Schafe gerissen, die ein Suderburger Schäfer dort über Nacht untergebracht hatte. Ein weiteres Schaf schleppte der Wolf vermutlich fort, denn es fehlt seitdem. Das berichtet der Holxener Jagdpächter Jürgen Voss im AZ-Gespräch. „Die Wiese war von einem 90 Zentimeter hohen Elektrozaun umgeben“, schildert er. Der Wolf habe diesen aber offenbar übersprungen.

Dehrmann ärgert sich, dass die Nutztierrisse immer nur vereinzelt mitgeteilt werden. Doch erst wenn die Gesamtzahl vorliege, werde das Ausmaß deutlich, meint er. Daher hat er jetzt UWG-Kreistagsmitglied Alfred Meyer aus Räber eingeschaltet. Dieser soll sich beim Landkreis dafür stark machen, dass eine Übersicht über die Wolfsrisse veröffentlicht wird.

Alfred Meyer, UWG-Kreistagsabgeordneter

„Wir werden das in der UWG-Fraktion besprechen“, kündigt Meyer an. In der nächsten Sitzung des Kreisausschusses werde er Landrat Heiko Blume bitten, eine Auflistung für 2018 vorzulegen. Auch für Meyer ist die Ausbreitung des Wolfes besorgniserregend. „Es muss etwas passieren. Man kann das nicht einfach zur Kenntnis nehmen und zur Tagesordnung übergehen“, meint er.

Dagegen warnt Wolfsberater Theo Grüntjens vor übereilten Schlüssen. Der Vorfall am Lauftreff in Suderburg ist ihm bekannt. „Ich habe dort nach Spuren gesucht, aber keine Hinweise gefunden, die auf Wölfe hindeuten“, sagt er. Es sei nicht auszuschließen, dass es Hunde waren.

Theo Grüntjens, Wolfsberater des Landes

Außerdem weist Grüntjens darauf hin, dass es im Internet bereits eine Auflistung der Nutztierrisse gibt. Unter www.wolfsmonitoring.com sind die Zahlen für die Regionen Niedersachsens aufgelistet. „Die Daten sind für jedermann einsehbar“, erklärt Grüntjens. Allerdings ist nur die Gesamtzahl der Risse aufgeführt. Laut Landesjägerschaft sind seit 2008 im Landkreis Uelzen 140 Nutztiere durch Wölfe getötet worden.

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