Spargelernte in der Region hat begonnen / Qualität ist diesmal besonders hoch

Landkreis Uelzen: Vorhang auf fürs königliche Gemüse

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Auf diesen Tag hat Spargelbauer Oliver Brink aus Langenbrügge lange gewartet. Die Ernte des königlichen Gemüses hat jetzt begonnen, ab Sonnabend wird Brink seinen Spargel auf den Märkten in der Region verkaufen. 

Langenbrügge/Wichtenbeck – Mit geübtem Griff zieht Oliver Brink die schwarze Folie, die die Erdwälle seines Spargelfelds am Ortsrand von Langenbrügge bedeckt, zur Seite. Es mutet wie ein gelüfteter Vorhang an, der den Blick auf vereinzelte weiße Spargelstangen freigibt.

Fast verschämt lugen die zarten Köpfe aus dem Boden. „In zehn Tagen sehen Sie eine Stange neben der anderen, aufgereiht wie die Soldaten“, sagt Brink und schmunzelt. Er freut sich, dass jetzt die Spargelernte in der Region Uelzen begonnen hat.

Bei Brink wird das königliche Gemüse etwa fünf Tage früher als im vergangenen Jahr gestochen. Die ungewöhnlich warmen Tage im Februar und das ausgetüftelte System aus einer schwarz-weißen Wendefolie und einem zusätzlichen Folientunnel haben dafür gesorgt, dass die köstlichen Stangen schon jetzt wachsen. Von deren Qualität ist der Langenbrügger begeistert. „Die ist spitzenmäßig. Von der Zartheit und vom Geschmack her ist das ganz toll“, schwärmt Brink, der insgesamt zehn Sorten anbaut. Allerdings werde der Spargel in diesem Jahr wohl etwas dünner als gewöhnlich sein. „Das liegt an der Trockenheit, die wir 2018 hatten“, erklärt er.

Ab Sonnabend wird Brink mit seinem Spargel auf den Märkten in der Region vertreten sein. Das Kilo erste Wahl kostet bei ihm etwa zehn Euro. Mit steigenden Erntemengen in den nächsten Wochen werde der Preis aber sinken. Trotzdem müssen die Verbraucher diesmal etwas mehr als in der Vergangenheit zahlen. Der Grund sind gestiegene Löhne für Brinks Arbeiter, die zumeist aus Ost- und Südosteuropa kommen. „Das Spargelstechen ist wirklich harte Arbeit und muss ordentlich bezahlt werden“, betont Brink. Das sei auch ein Zeichen der Wertschätzung für seine Arbeiter.

Am liebsten mag Brink übrigens rohen Spargel, denn dieser habe den reinsten Geschmack. „Er muss nach jungen, frischen Erbsenschoten schmecken, dann ist er genau richtig“, verrät er.

Auch bei Hinrich Niemann in Wichtenbeck hat die Spargelsaison begonnen – und zwar so zeitig wie noch nie. „Wir sind etwa zwei Wochen früher dran als im vorigen Jahr“, sagt er. Dazu beigetragen hat auch sein Drei-Folien-System. Anders als Brink setzt Niemann nicht nur auf die Wendefolie und den zusätzlichen Folientunnel, sondern auch auf einen weiteren Tunnel, der jeweils zwei Reihen Spargel bedeckt. „Das Ganze wirkt nicht nur als Wärmespeicher, dadurch können wir auch die Mengen genau steuern und eine gleichmäßige Ernte erreichen“, schildert Niemann.

Auch nach seiner Einschätzung ist die Qualität des Spargels in diesem Jahr besonders gut. „Er schmeckt super“, freut er sich. Das liege auch an der Sorte „Prius“, die der Wichtenbecker zum ersten Mal anbaut und die sehr aromatisch sei. Hinzu kommen vier weitere Spargelsorten bei Niemann. Der Kilopreis für die erste Wahl liegt zum Saisonbeginn bei 12,90 Euro – ein Euro weniger als im vergangenen Jahr.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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