Bonbonduft und altes Handwerk

Kunsthandwerkermarkt im Museumdorf Hösseringen lockt die Besucher an

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Katharina (links) überlässt Lutz Dictus aus Uelzen als „bestem Musiker des Kreises“ die Trommel.

Hösseringen – Nicht enden wollende Autoschlangen erobern schnell die ausgewiesenen Parkflächen, die laufend erweitert werden.

Bereits im Eingangsgebäude des Museumsdorfs Hösseringen wird das Warten aber nicht langweilig, weil schon mal ein Blick auf die angebotenen Spezialitäten des Kunsthandwerkermarktes geworfen werden kann. Handgemachte Schokoladen und Kekse in Bio-Qualität laden zum Kosten ein. Zarter glitzernder Schmuck und feine Papierarbeiten zeigen weitere Hobbykunst.

Diese Engel wurden aus alten Einweg-Kaffeekapseln gebastelt.

„Ich möchte zum Schmied schauen, bin selber Hobby-Schmied“, erzählt ein Besucher aus Müden/Aller. „Ich bin oft hier, auch mit den Enkelkindern, die kreativen Aktionen begeistern uns immer wieder.“ Kräuterbonbons verführen mit ihrem Duft und manch Tüte wird nach dem Erwerb gleich geöffnet. Auf dem Weg zum Brümmerhof faszinieren dann Eisenstecker, die im Garten die Fantasie beflügeln und die Pflanzen stützen, oder Bürsten und Besen aus Naturhaar. „Wir haben einen Schrankbesen gekauft, der auch hinter die Schränke reicht“, erzählt Familie Wendt aus Celle. „Ich muss aber auch Kekse haben und herrlich duftende Rotwurst und herzhafte Sülze. Die kaufen wir nachher auf dem Rückweg, die schmeckt unvergleichlich gut.“ Die meisten Besucher sind regelmäßig auf dem Gelände, viele steuern „ihre“ Stände gezielt an.

Um Punkt 12 Uhr ruft Katharina ihr Publikum zur „Schaubude“ zusammen. „Bei mir erlebt ihr Wunder, Monster und Sensationen!“, verspricht sie und reicht einen Stein herum. „Was ist das? Qu’est-ce-que c’est?“, schwenkt sie problemlos auf französisch um, als eine Zuschauerin aus Frankreich nur fragend die Achseln zuckt. „Ein Stein, ja, aber aus der Chinesischen Mauer!“, hat sie die Lacher auf ihrer Seite. So wird auch noch Napoleon Bonaparte, ein lemurenähnliches Fellknäuel präsentiert. Während Lutz Dictus aus Uelzen, der zufällig in der vordersten Reihe sitzt – ganz engagiert die Trommel schwingt, verwandelt sich Katharina in Prinzessin Bella und verzaubert mit ihrem Gesang.

Publikumsmagnet im Brümmerhof ist Drechsler Johann Sperl. Der neunjährige Christian darf beim Drechseln eines Kreisels das Messer halten. 

Im Brümmerhof wird Drechsler Johann Sperl zum Anziehungspunkt. Der neunjährige Christian darf sogar das Messer halten. „Erst dachte ich, es wird ein Kerzenständer, aber dann ist es doch ein Kreisel geworden“, steckt er sein neues Spielzeug begeistert ein.

VON MONIKA BUHR

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