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Krippen-Neubau in Suderburg droht Kosten-Explosion

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Von: Bernd Schossadowski

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Die Bodenplatte des geplanten Krippengebäudes in Suderburg.
Die Bodenplatte des neuen Krippengebäudes in Suderburg ist bereits gegossen. In den nächsten Tagen sollen die hölzernen Wände errichtet werden. © Bernd Schossadowski

Der Bau der neuen Krippe neben der alten Schule in Suderburg wird erheblich teurer als erwartet. Die Kosten werden nach Aussage der Verwaltung die im Gemeindehaushalt veranschlagten 1,75 Millionen Euro deutlich überschreiten. Vor der Corona-Pandemie hatte die Kostenschätzung noch bei 1,15 Millionen Euro gelegen.

Suderburg/Hösseringen – Mit einer guten und einer schlechten Nachricht wartete die Suderburger Verwaltung jetzt im Bau- und Wegeausschuss auf. Die gute: Der Einbau der Winkelstütze am Strand des Hösseringer Hardausees ist beendet, der dortige Kiosk, der renoviert und erweitert wurde, soll am Sonntag, 1. Mai, im Rahmen eines Fests neu eröffnet werden. Die schlechte Nachricht: Der geplante Krippen-Neubau neben der alten Schule in Suderburg wird deutlich teurer als erwartet.

„Der Haushaltsansatz von 1,75 Millionen Euro ist nicht zu halten. Es ist davon auszugehen, dass die Kosten bei Heizung und Sanitär weit über der Kalkulation liegen werden“, sagte Bau-Fachbereichsleiter Rüdiger Lilje. Und dabei habe man schon einen finanziellen Puffer von 100 000 Euro in den Gemeindehaushalt eingebaut. Bislang war man nämlich von Ausgaben in Höhe von 1,65 Millionen Euro ausgegangen.

Damit hat die Verwaltung die Kostenschätzung ein weiteres Mal nach oben korrigiert. Wie berichtet, lag die 2019 veranschlagte Summe für das neue Krippengebäude bei 1,15 Millionen Euro. Für die Kosten-Explosion nannte Lilje mehrere Gründe. Zum einen gebe es in der Baubranche gewaltige Preissteigerungen. Als weitere Kostentreiber bezeichnete Lilje die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg. Dadurch sei es zu Lieferschwierigkeiten bei Baumaterial gekommen. Und nicht zuletzt habe sich das Vorhaben durch das mehrmalige Umplanen und das Bürgerbegehren zum Erhalt der alten Schule am Gänsekamp verzögert und damit verteuert. „Hochbau ist ein Riesenproblem. Es fehlen Personal, Material und Ressourcen“, sagte Lilje. Das Ziel müsse jetzt sein, die Marke von zwei Millionen Euro bei den Kosten nicht zu reißen.

Unabhängig von den finanziellen Unwägbarkeiten schreitet der Krippenbau voran. Die Bodenplatte wurde bereits gegossen, in den kommenden Tagen werden die Wände des Brettsperrholzbaus errichtet. Für sieben der 13 Gewerke habe man bereits Baufirmen ausgewählt, erklärte Lilje. „Die letzten sechs Ausschreibungen versuchen wir in den nächsten Wochen auf den Weg zu bringen.“

Unterdessen laufen die Vorbereitungen der Gemeinde auf die Neueröffnung des Kiosks. Am 1. Mai sind Jung und Alt ab 11 Uhr zu einem Aktionstag am Hardausee eingeladen. Dort bieten die neuen Kiosk-Pächter, Familie Hinnrichs, und ihr Team allerlei kulinarische Leckereien an. Für Unterhaltung sorgen Holgers Licht-Bühne, eine Riesenhüpfburg, Torwandschießen, Dosenwerfen, Entenangeln und ein Zauberer. „Die Pflasterarbeiten an der Terrasse des Kiosks haben begonnen und werden nächste Woche fertiggestellt“, sagte Gemeindedirektor Wolf-Dietrich Marwede.

Die Besucher können am 1. Mai auch die neue grau-blaue Winkelstütze in Augenschein nehmen. Sie ist 130 Meter lang, ragt 60 Zentimeter aus dem Strand heraus und hat eine hölzerne Sitzfläche. Die Gesamtkosten betragen etwa 127 000 Euro, von denen 70 Prozent über das Leader-Programm gefördert werden. Den Rest finanziert die Gemeinde Suderburg.

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