Ratsherr Götz Schimmack kritisiert Umbau der Treppenanlage an der Oberschule Suderburg

Kreis baute ohne Genehmigung

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In den Herbstferien wurde die sanierungsbedürftige Freitreppe der Suderburger Oberschule umgestaltet. Ratsherr Götz Schimmack findet das Ergebnis klotzig. Und er hat nach der Baugenehmigung gefragt. 

Suderburg. So kannten Generationen von Suderburger Schülern ihre Schule: Die breite Eingangstreppe ist das Markenzeichen der Oberschule. Hier wurden alle Klassen für die Ewigkeit fotografiert. Vorbei.

Im Herbst 2017 wurde die Anlage mit großen Betonelementen umgestaltet und der Treppenaufgang verkleinert. Ratsherr Götz Schimmack ärgert sich über das Ergebnis. Und er hat nach der Baugenehmigung gefragt. Der Landkreis hatte nämlich keine.

„Das war eine schöne Freitreppe. Das ist jetzt total verunstaltet“, macht Schimmack seinem Ärger Luft. Einige Steine seien locker gewesen. Nun sei der Weg mit Betonpflanzkästen völlig zugebaut, so der parteilose Ratsherr. „Ich weiß nicht, was Schilfgras in der Schule zu suchen hat.“ Selbst bei einem Besuch im Gebäudemanagement sei ihm gegenüber eingeräumt worden, die Umsetzung sei „wohl etwas zu klotzig“ geraten.

„Die neue Gestaltungsform wurde gewählt, um eine der Größe der Schule angemessene Treppenanlage verwirklichen zu können“, teilt Kreis-Sprecher Martin Theine mit. „Die bisherige Freitreppe wurde für die gegebene Situation – kleinteilige Bebauung und schmale Straßenführung Am Alten Friedhof – als zu breit empfunden. Aus diesem Grund wurde die Breite der Treppe mit Zustimmung der Schulleitung auf das jetzige Maß reduziert.“

Beurteilen könne man das Ganze erst im Lauf des Jahres, denn es seien Edelgräser und wilder Wein gepflanzt worden. „Beides konnte sich bisher aufgrund der Witterung beziehungsweise der Jahreszeit noch nicht entsprechend entwickeln“, erklärt Theine. Deshalb dominiere derzeit noch der Beton. Zwischen Planung und Ergebnis der 33.000 Euro teuren Umgestaltung habe es keine Abweichung gegeben. Die Pläne habe ein renommierter Außenanlagenplaner erstellt, mit dem das Gebäudemanagement bereits mehrfach erfolgreich zusammengearbeitet habe.

Dagegen wurde die Notwendigkeit einer Baugenehmigung wohl falsch eingeschätzt, wie Theine einräumt: „Die Frage der Genehmigungsbedürftigkeit wurde aufgrund des geringen Ausmaßes der erforderlichen Bauarbeiten fälschlicherweise zunächst verneint“, berichtet der Sprecher. Das soll nun korrigiert werden: „Die erforderliche Baugenehmigung wird nachträglich beantragt. Eine entsprechende Prüfung hat bereits ergeben, dass das Bauwerk genehmigungsfähig ist.“

Schimmack hat seine eigene Deutung des Vorgangs: „Was lernen wir daraus? Beim Auslagern von Aufgaben auf externe Aufgabenträger, was heute so schön mit ,Outsourcing‘ bezeichnet wird, entsteht Kontrollverlust, der bei demokratisch verfassten Organisationen im öffentlichen Bereich nicht hinnehmbar ist.“

Die Suderburger Oberschule will sich zum Neubau der Treppe hingegen nicht äußern. Das teilt Dimitra Kolonitsiou, die die erkrankte Schulleiterin Rita Reinhardt vertritt, auf AZ-Anfrage mit.

Von Gerhard Sternitzke

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