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Kontroverse im Gerdauer Rat um Tempo 30: Zunächst Messtafel im Einsatz

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Von: Bernd Schossadowski

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Die Ortsdurchfahrt zwischen Kirche und Kindergarten in Gerdau.
Die Ortsdurchfahrt zwischen Kirche und Kindergarten in Gerdau. Die oppositionelle Ratsgruppe fordert, dort Tempo 30 einzuführen. © Schossadowski, Bernd

Über eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der K 38 in Gerdau hat jetzt der Rat diskutiert. Der Vorschlag, Tempo 30 beim Landkreis zu beantragen, wurde zurückgestellt. Zunächst soll eine Tempomesstafel dazu Daten sammeln.

Gerdau – Auf der Kreisstraße 34 zwischen Barnsen und Bohlsen sind die Fahrzeuge häufig sehr schnell unterwegs. Deshalb hat der Gerdauer Rat jetzt einstimmig beschlossen, dass im Abschnitt zwischen der Einmündung des Ziegeleiwegs und dem Ortsschild von Bohlsen die Geschwindigkeit von 100 auf 70 Kilometer pro Stunde begrenzt werden soll. Einen entsprechenden Antrag wird die Gemeinde nun an den Landkreis richten.

Über einen ergänzenden Antrag der oppositionellen Ratsgruppe Gerdau herrschte bei den Politikern jedoch keine Einigkeit. Wolfgang Hahnemann (SPD) hatte im Namen der Gruppe gefordert, dass die Geschwindigkeit auf der K 34 in Barnsen und der K 38 in Gerdau jeweils auf der gesamten Ortsdurchfahrt auf 30 km/h verringert werden soll.

„Gerade in Barnsen wird auf der Kreisstraße richtig durchgebrettert. Der Verkehr stellt eine Gefahr für ältere Menschen und Kinder dar“, warnte Hahnemann. In Gerdau gebe es eine enge und gefährliche Durchfahrt. Am dortigen Kindergarten hätten Eltern mit ihrem Nachwuchs Schwierigkeiten, die Straße zu überqueren, weil viel zu schnell gefahren werde und der Verkehr in der Kurve schlecht einsehbar sei, erklärte Hahnemann. Zudem müssten die Schulkinder auf Höhe des Gasthauses Wellmann, vom Schwarzen Weg kommend, die Straße überqueren, was gefährlich sei. Die Gemeinde Gerdau sollte sich daher andere Orte im Kreisgebiet, in denen derzeit ebenfalls Tempo 30 gefordert wird, zum Vorbild nehmen.

Es folgte eine kontroverse Diskussion im Rat. Bürgermeister Stefan Kleuker (CDU) glaubt nämlich nicht, dass ein solcher Vorstoß beim Landkreis aktuell erfolgreich wäre. Dort habe die Gemeinde in den vergangenen Jahren schon zwei Mal die Einführung von Tempo 30 auf der Gerdauer Ortsdurchfahrt beantragt. „Wir haben uns zwei Mal eine Abfuhr geholt“, sagte Kleuker. Aufgrund der damals ermittelten Verkehrszahlen sehe der Kreis an dieser Stelle kein erhöhtes Gefahrenpotenzial.

„Wir haben keine Chance beim Landkreis, es sei denn, wir liefern Argumente, dass wir ein berechtigtes Anliegen haben“, meinte Kleuker. Er schlug vor, Hahnemanns Antrag zurückzustellen und zunächst die von Ratsherr Dirk Manning (CDU) im Auftrag des Gemeinderates angeschaffte neue Tempomesstafel in Gerdau und Barnsen aufzuhängen. Anschließend könnten die Daten ausgewertet werden. „Dann könnten wir unseren Antrag mit einer vernünftigen Dokumentation aus der Messanlage untermauern. Wir hätten damit mehr Futter gegenüber dem Landkreis“, erklärte Kleuker.

Manning gab zu bedenken, dass 30er-Zonen laut Straßenverkehrsordnung nur dann eingerichtet werden können, wenn die betreffende Straße unmittelbar an einer Schule, einem Kindergarten oder Altenheim entlangführt. Der Gerdauer Kindergarten liege zwar in der Nähe der Kreisstraße, grenze aber nicht direkt an diese an. „Das hat für den Landkreis ausgereicht, unseren Antrag abzulehnen“, sagte Manning.

Letztlich stellte die Ratsgruppe ihren Antrag zurück. Hahnemann forderte in diesem Zusammenhang jedoch, die Tempomesstafel unverzüglich zu installieren und die Daten schnellstmöglich auszuwerten, um sie danach an den Kreis weiterzuleiten.

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