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Königliches Gemüse: Spargelernte im Landkreis Uelzen hat begonnen

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Von: Bernd Schossadowski

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Hinrich Niemann kniet auf seinem Feld und hält mehrere Spargelstangen in der Hand.
Auf den Feldern von Landwirt Hinrich Niemann rund um Wichtenbeck hat jetzt die Spargelernte begonnen. © Bernd Schossadowski

Darauf haben viele Feinschmecker schon gewartet: Im Landkreis Uelzen hat die Spargelernte begonnen. Sowohl Hinrich Niemann aus Wichtenbeck als auch Oliver Brink aus Langenbrügge bieten das frisch auf ihren Feldern geerntete „königliche Gemüse“ jetzt zum Verkauf an.

Wichtenbeck/Langenbrügge – Mit geschickten Bewegungen fährt Damian mit seinem Messer ins Erdreich, sticht unter die Spargelpflanze, kippt das Messer leicht nach hinten und drückt den Spargel nach oben. In Sekundenschnelle hat der polnische Erntehelfer auf dem Spargelfeld von Hinrich Niemann in Wichtenbeck eine weitere Stange des „königlichen Gemüses“ geerntet.

Etwa 100 Kilogramm Spargel holt Damian auf diese Weise täglich aus dem Erdreich. „Ich komme schon seit neun Jahren zur Spargelernte nach Wichtenbeck“, erzählt er der AZ. Das freut Niemann, der auf bewährte Erntehelfer aus Polen und Bulgarien setzt. Die ersten der insgesamt 18 sind bereits bei ihm eingetroffen, denn vor Kurzem hat auf seinen Feldern die Spargelernte begonnen.

Auch wenn der Frühling bislang warm und sonnig war, beginnt die diesjährige Ernte nicht früher als sonst, sondern zur gewohnten Zeit. „Im März haben alle gedacht, es gibt schon Ende des Monats reichlich Spargel“, sagt Niemann, der auf 18 Hektar Spargel anbaut. Doch das sei ein Trugschluss gewesen. „Der Spargel braucht einen Kältereiz, um austriebsfreudig zu sein. Wir hatten aber keinen richtigen Winter, deshalb wurde der Austrieb unterdrückt.“ Jetzt ist es aber so weit, und so kann Niemann pünktlich zu Ostern den ersten Spargel anbieten. „Für uns ist das ein perfektes Timing“, freut er sich.

Zu Beginn der Saison kostet das Kilo Spargel bei ihm 17,90 Euro. Mit zunehmenden Erntemengen werde der Preis aber sinken, kündigt er an. Die Kostensteigerungen bei Diesel, Dünger und durch den höheren Mindestlohn werde er nicht auf den Preis aufschlagen. „Wir wollen, dass sich jedermann Spargel leisten kann“, betont er.

Für einen möglichst frühzeitigen Beginn zieht Niemann nach eigenen Worten „alle Register“. So werden die Spargeldämme von drei übereinander liegenden Folien geschützt. „Darunter bildet sich ein großes Luftvolumen, das wie ein Wärmepuffer wirkt. Dadurch haben wir einen Verfrühungseffekt von zwei bis drei Wochen“, erklärt er. Zudem gibt es unter seinen sechs Spargelsorten einige, die sehr früh geerntet werden können, etwa Prius.

Niemann bietet aber nicht nur weißen, sondern auch grünen Spargel an. Dieser werde bei den Kunden immer beliebter, weil er kräftiger schmecke. „Der ist trendy – für die junge Küche. Man kann ihn aber auch gut mit weißem Spargel kombinieren, er braucht nur etwas weniger Garzeit“, empfiehlt er.

Auch auf den Feldern von Oliver Brink aus Langenbrügge hat die Spargelernte begonnen. Und die sei vielversprechend, verrät er. „Die extremen Nachtfröste sind vorbei, und es hat in den vergangenen Wochen viele Niederschläge gegeben. Durch die Feuchtigkeit wachsen die frühen Sorten sehr gut. Der Spargel ist ausgesprochen zart, der Geschmack besonders rein und intensiv“, schildert Brink. Er baut auf einer Fläche von etwa 40 Hektar Spargel an und setzt ebenfalls auf Erntehelfer aus Bulgarien und Polen. Die meisten kommen schon seit etlichen Jahren nach Langenbrügge.

Bislang seien es jedoch noch keine großen Erntemengen. „Wir verzeichnen aber schon eine rege Nachfrage nach Spargel. Die Leute freuen sich schon darauf, wir haben viele Vorbestellungen für Ostern“, berichtet Brink. Bei ihm gibt es das Kilo Spargel ab zwölf Euro, seiner Einschätzung nach werden sich die Preise ungefähr auf dem Vorjahresniveau bewegen.

Auch Brink spürt die gestiegenen Kosten für Treibstoff und Dünger. „Wir versuchen aber, die höheren Preise nicht weiterzugeben. Wir zeigen uns da solidarisch mit den Kunden“, sagt er. Jetzt hofft Brink auf gute Wuchsbedingungen über Ostern. „In der Nacht Niederschläge und am Tag Sonnenschein und lauwarme Temperaturen: Das wäre Traumwetter.“

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