Samtgemeinderat Suderburg diskutiert lebhaft über Pflege von Wanderpfad in Gerdau

Kleiner Weg macht große Probleme

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Gerdau/Suderburg. Es ist ein Weg, der nur noch schwer als ein solcher erkennbar ist.

„Die Gemeinde Gerdau hat in der Vergangenheit den am Sportplatz vorbeiführenden Weg gemeinsam mit dem Weidenlehrpfad völlig verkommen lassen“, beklagt sich der Gerdauer Werner Bollhorn und formulierte eine Anfrage an den Suderburger Samtgemeinderat, der am Montagabend in Gerdau tagte. Doch die Gemeinde ist seit fünf Jahren nicht mehr zuständig, denn die Samtgemeinde ist seitdem Eigentümerin der Gerdauer Turnhalle mit dem Grundstück, zu dem auch der besagte Weg gehört. Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz gibt zu: „Seit etwa fünf Jahren wird seitens der Samtgemeinde an diesem Weg nichts gemacht.“ Grund sind laut Schulz die finanziellen Möglichkeiten, denn schließlich handelt es sich um eine freiwillige Maßnahme.

Für den Verwaltungschef ist es „eine touristische Anlage im weitesten Sinne“. Die Kosten dürfe man nicht unterschätzen. Doch nicht nur die Pflege regte Bollhorn in seinem Schreiben an, sondern auch eine Widmung des Weges. Der Verwaltungschef hielt jedoch eine Widmung noch die Pflege des Wanderweges für notwendig. „Es sind zwei Paar Schuhe“, sagte der CDU-Ratsherr Stefan Kleuker. Eine Widmung sei für ihn ebenfalls nicht nötig, die Pflege allerdings schon. Dort liege die Zuständigkeit bei der Samtgemeinde. „Wenn sich niemand findet, der die Pflege übernehmen will, dann muss es die Samtgemeinde machen“, schlussfolgerte Kleuker. Dem stimmte auch Wolfgang Hahnemann (SPD) zu. „Die Gemeinde und die Samtgemeinde müssen etwas initiieren, die Dorfgemeinschaft kann sich dann darum kümmern.“

Hans-Hermann Hoff (Grüne) hielt die Debatte für eine „Phantomdiskussion“: „Fünf Jahre lang hat niemand nach dem Weg gefragt. Auch die Schule hatte kein Interesse.“ Sein Vorschlag: Die Gemeinde Gerdau müsse abstimmen, ob der Weg überhaupt gepflegt werden solle. So sah es auch Dierk Pellnath von der WSL: „Die Initiative muss aus Gedau kommen.“ Wilhelm Schröder (CDU) hingegen ist überzeugt, dass der Weg ein Problem der Samtgemeinde sei. „Gerdauer Bürger verhalten sich rechtswidrig, wenn sie einfach die Bäume beschneiden“, so der Christdemokrat. Für Jörg Hillmer ist die Situation einfach: „Er gehört der Samtgemeinde, deswegen ist er unser Problem.“ Manfred Mikulla (SPD) ist anderer Meinung: „Ein kleiner Weg macht große Probleme. Wenn die Gemeinde Gerdau den Weg unterhalten will, dann soll sie das tun und wir übertragen den Teil des Weges.“ Mehrheitlich wurde eine Entwidmung vom Samtgemeinderat abgelehnt. Im Raum steht die Idee, dass die Samtgemeinde den Weg einmalig freischneidet und dann Freiwillige gesucht werden, die sich kümmern.

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