Versäumte Ladungsfrist – in Suderburg droht juristisches Nachspiel

Klage wegen Rufmord?

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Gerdau. In der Samtgemeinde Suderburg brodelt es gewaltig. Die Absage der Bauausschusssitzung in der Mitgliedsgemeinde Gerdau am vergangenen Dienstag, die durch eine von der Verwaltung versäumte Ladungsfrist ausgelöst worden war, hat eventuell sogar ein juristisches Nachspiel.

Nachdem Werner Bollhorn, Mitglied der Bürgerinitiative „Bäuerliche Landwirtschaft statt Agrarindustrie“, in der AZ und per offenem Brief der Verwaltung mit Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz an der Spitze eine „bewusste Sitzungsverschleppung“ sowie eine „Theateraufführung in Starbesetzung“ vorgeworfen hat, holen die Beschuldigten zum juristischen Gegenschlag aus. Konkret: Der Mitarbeiter, der die nicht fristgerecht und komplett an alle Ausschussmitglieder versandte Einladung zu verantworten hat, fordert Werner Bollhorn per Brief auf, die „Anschuldigungen bis Montag, 18 Uhr, zurückzunehmen“. Und weiter: „Falls bis dahin keine Entschuldigung ausgesprochen wurde und es keine Gegendarstellung gegeben hat, werde ich meinen Rechtsbeistand einschalten und Sie (Werner Bollhorn, d. Red.) wegen Rufmord verklagen“.

Damit nicht genug – Friedhelm Schulz wollte gestern gegenüber der AZ nicht ausschließen, dass sich „noch weitere Mitarbeiter der Verwaltung an einer Klage beteiligen würden“. Er selbst habe vor dem Hintergrund der „starken Anschuldigungen“ Verständnis für seine Mitarbeiter, wenn sie die Einleitung rechtlicher Schritte prüfen würden. „Die erledigen gewissenhaft ihre Arbeit. Ich stelle mich vor meine Kollegen“, machte der parteilose Schulz deutlich. Er selbst habe allerdings nicht geglaubt, dass die abgesagte Sitzung des Bauausschusses „solch hohe Wellen schlägt“.

Zur Erinnerung: In der Sitzung wäre es um die Baupläne zweier Schweinemastställe und einer Hähnchenmastanlage gegangen. Projekte mit politischem Zündstoff – nicht umsonst hatten sich zahlreiche Zuschauer zur Sitzung eingefunden. Aufgrund der aufgeheizten Stimmung dürfte bei der auf den 3. September verschobenen Sitzung erst recht starkes Interesse herrschen.

Von Andreas Becker

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