Erstes Gespräch zwischen Samtgemeinden Suderburg und Aue / Kein Geld bei Zusammenschluss

Keine Fusion im nächsten Jahr

Der Ortsplan der Samtgemeinde Suderburg erweitert sich im nächsten Jahr nicht in Richtung Osten. Eine Fusion mit der Samtgemeinde Aue hält die Mehrzahl der Beteiligten für das nächste Jahr für ausgeschlossen. Foto: Ph. Schulze

Suderburg/Wrestedt. Die Samtgemeinde Suderburg geht mit ihren Fusionsverhandlungen in die zweite Runde: Am Montag standen den Suderburgern Vertreter aus der Samtgemeinde Aue gegenüber.

Aues Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke beschreibt den Abend als „loses Sondierungsgespräch“. Das Ergebnis war vergleichbar mit dem ersten Gespräch zwischen der Stadt Uelzen und den Delegierten aus Suderburg: Nichts Konkretes, aber eben auch keine verschlossenen Türen.

„Wir haben unseren Erfahrungsschatz geschildert“, berichtet Benecke, der federführend die Fusion zwischen den Samtgemeinden Bodenteich und Wrestedt herbeigeführt und begleitet hat. „Unser Antrieb war die Entschuldungshilfe“, betont Aues Verwaltungschef. Eine Entschuldungshilfe, die der Samtgemeinde Aue im Rahmen einer Fusion mit Rosche und eben auch mit Suderburg nicht zusteht. „Eine Fusion lohnt sich, wenn erkennbar ist, dass etwas für die Bevölkerung herumkommt“, unterstreicht Benecke. Der Bürger müsse einen Vorteil erkennen können, und unter den finanziellen Aspekten könne man eine Fusion zwischen Aue und Suderburg vergessen. Sein Suderburger Amtskollege Friedhelm Schulz hält das Wort „Fusionsgespräch“ im Moment noch für zu weit gegriffen: „Wir sammeln Informationen. Die Auswertung erfolgt später.“ Schließlich wolle man die Öffentlichkeit an den Gedankengängen beteiligen, bevor eine Entscheidung gefällt wird. „Im November soll sich eine Tendenz herauskristallisieren“, so die Hoffnung von Schulz. Dabei solle nicht nur das Geld aus dem Zukunftsvertrag eine Rolle spielen, sondern auch das Verhältnis zueinander – „wie bei einer Eheschließung“, so Schulz. Ganz aus der Welt ist die Idee einer großen Einheit jedoch nicht. Eimkes Bürgermeister Dirk-Walter Amtsfeld (Wir für Eimke) kann sich beispielweise den Weg zu einer großen Verwaltung vorstellen. Ihm wäre es dann auch egal, ob diese in Uelzen, Wrestedt oder Suderburg säße. Ihm ist es nach wie vor wichtig, dass die Gemeinden eigenständig bleiben: „Wir wollen uns, so lange es geht, selbst verwalten.“ Bad Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar gibt nach dem ersten Gespräch zu bedenken, dass die Fläche einer gemeinsamen Samtgemeinde „ein riesiges Gebiet“ sei: „Dann ist der Samtgemeindebürgermeister ja nur noch unterwegs.“

Für Suderburgs Bürgermeister Hans-Hermann Hoff (Grüne) fand des Gespräch „auf gleicher Augenhöhe“ statt – von Samtgemeinde zu Samtgemeinde. Für ihn waren zwei Punkte wichtig: Zum einen – und das stellte Benecke dar –, dass das Ehrenamt nicht unter einer Gebietsänderung leidet, und zum anderen, dass eine Fusion nur um des Geldes Willen nicht gemacht werden sollte. „Man muss sich auch mögen“, so das Fazit von Hoff. Wrestedts Bürgermeister Heinz-Hermann Schulze (CDU) sieht ebenfalls vergleichbare Strukturen. Eine Fusion bis zum 31. März 2013 hält er jedoch für ausgeschlossen und bekommt dafür auch die Bestätigung von seinem Suderburger Amtskollegen. „Wir müssen erstmal sehen, dass wir unseren Zukunftsvertrag mit Bodenteich erfüllen“, blickt er in die Zukunft und kündigt an, dass mit den Suderburgern genauso wie mit den Roschern verfahren werde. Schulze: „Der Ball liegt jetzt bei den Suderburgern – die müssen wollen.“ Das sieht auch Dierk Pellnath, Fraktionssprecher der Wählergemeinschaft Suderburger Land so. „Wir werden wieder auf die Samtgemeinde Aue zukommen.“ Doch jetzt stehen in der nächsten Woche Gespräche mit der Stadt Uelzen und der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf an, sagt SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Hahnemann und fordert mit Nachdruck, dass alle Informationen direkt an die Bevölkerung gehen.

Von Jörn Nolting

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