Landesbergamt erteilt Konzern Vermilion aus Calgary Aufsuchungserlaubnis in der Heide

Kanadier suchen nach Öl und Gas in der Heide

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In Dreilingen hat Wintershall gerade sein Gasbohrloch verschlossen. Stehen bald wieder Bohrtürme in der Heide? Der kanadische Konzern Vermilion sucht nach Öl und Gas.

Dreilingen. Die Heide bleibt für Öl- und Erdgassucher interessant. Gerade hat Wintershall die Gasbohrung bei Dreilingen geschlossen – auch bei Bahnsen wird ein Bohrloch verfüllt (AZ berichtete) – da steht der kanadische Konzern Vermilion Energy in den Startlöchern, um in einem 378 Quadratkilometer großen Gebiet in den Landkreisen Celle, Gifhorn und Heidekreis, das bei Dreilingen auch ins Uelzener Kreisgebiet reicht, nach Kohlenwasserstoffen zu suchen.

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat jetzt die Aufsuchungserlaubnis für das Feld „Weesen“ erteilt, wie die Behörde gestern berichtete.

„Mit der Erlaubnis hat sich das Unternehmen das alleinige Recht gesichert, in dem festgelegten Gebiet Kohlenwasserstoffe aufzusuchen. Damit sind noch keine technischen Maßnahmen verbunden“, betont der Sprecher des LBEG, Dr. Thomas Schubert. Für technische Erkundungsmaßnahmen wie seismische Untersuchungen oder Bohrungen müsse Vermilion Betriebspläne vorlegen, über die das LBEG dann aufgrund des Bundesberggesetzes entscheide.

Warum sich der hierzulande nahezu unbekannte Konzern aus Calgary in Deutschland engagiert, erklärt der Branchendienst Bloomberg. Nach dem Verfall der Gaspreise durch den Fracking-Boom in Nordamerika sei Europa attraktiv, weil sich hier der dreifache Preis erzielen lasse. Und die Gasvorräte seien ergiebig, wird der Europa-Präsident Anthony Marion zitiert. Der Konzern hat 2014 nach eigenen Angaben in Nordamerika, Europa und Australien insgesamt 18 Millionen Barrel Öl und Gas gefördert.

In Frankreich ist Vermilion der größte Ölproduzent, in Deutschland versucht der Konzern durch 19 Beteiligungslizenzen Fuß zu fassen, die er im Juli von Mobil Erdgas-Erdöl, BEB Erdgas und Erdöl GmbH übernommen hat. Sie wurden bislang von Exxon Mobil betrieben und verwaltet. Die erworbenen Lizenzen umfassen laut Vermilion 10 000 Quadratkilometer in Niedersachsen. „Die Bohrarbeiten werden derzeit für Ende 2017 geplant, nachdem alle erforderlichen Genehmigungen vorliegen werden“, heißt es auf der deutschsprachigen Präsenz im Internet. Man werde mit den Gemeinden daran arbeiten, ökologische und soziale Auswirkungen zu minimieren.

Die umstrittene Fracking-Technologie kommt laut Vermilion nicht zum Einsatz. „Alle geologischen Formationen, in denen wir Reserven vermuten, sind ‘konventionelle’ Lagerstätten“, betont das Unternehmen. „Nur dann, wenn die in Deutschland etablierte Fracking-Technologie im Sandstein sich als die einzige vernünftige Technologie herausstellt, um das Gas zu gewinnen, wird diese Technologie gewählt werden.“ Die Erlaubnis wird wieder aufgehoben, wenn das Unternehmen nicht innerhalb eines Jahres tätig wird. PRD Energy hatte im Juli die Lizenz für das Erlaubnisfeld Uelzen zurückgegeben (AZ berichtete). Wegen der gesunkenen Weltmarktpreise nicht wirtschaftlich, lautete die Begründung. Auch PRD hat seinen Sitz in Calgary.

Von Gerhard Sternitzke

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