Suderburger Rat verabschiedet Haushalt mit 195 000 Euro Überschuss / Hardausee soll saniert werden

Ein Jahr mit vielen Investitionen

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Der Hardausee ist bei Ausflüglern sehr beliebt. Für die Sanierung dieses touristischen Ziels sind 45 000 Euro im Etat vorgesehen.

Suderburg. Gemeindedirektor Thomas Schulz war zufrieden. „Die Selbstverwaltung und die Handlungsfähigkeit sind wiederhergestellt“, sagte er jetzt bei den Haushaltsberatungen im Suderburger Gemeinderat.

Das Zahlenwerk für 2017 weist einen Überschuss von rund 195 000 Euro aus. Möglich wurde dies unter anderem durch eine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer zum 1. Januar (AZ berichtete). Mit großer Mehrheit – bei einer Gegenstimme – beschloss der Rat den Etat.

Udo Depner

Allerdings gab CDU-Fraktionschef Udo Depner zu, dass die Anhebung der Steuern „mit Bauchschmerzen“ geschehen sei. „Das war für uns keine leichte Entscheidung. Nicht alle Bürger sind begeistert.“ Doch die Suderburger Politik sei sich einig, dass die Mehreinnahmen unter anderem für die notwendige Sanierung von Wirtschafts- und Forstwegen, Gemeindestraßen und Gehwegen verwendet werden sollen. Hierfür sind 65 000 Euro vorgesehen. Hinzu kommen weitere Investitionen (siehe Infokasten). „Trotz der Steuererhöhung haben wir als Gemeinde nichts zu verschenken und noch einiges nachzuholen“, sagte Depner. „Endlich passiert mal was“, meinte auch Dierk Pellnath (WSL) mit Blick auf die anstehende Straßen- und Wegesanierung. Zudem wünscht er sich, dass die Gemeinde ihre freiwilligen Leistungen für die Vereine erhöht. Insgesamt habe sich der Etat gut entwickelt. „Es ist einiges zum Positiven gelaufen“, meinte er.

Dierk Pellnath

Ulrich Mietzner (SPD) verteidigte die Steuererhöhung, die zu einem Plus von 240 000 Euro führen werde. Ohne diese Anhebung hätte die Gemeinde ein Defizit von fast 129 000 Euro erzielt und keine Schulden abgebaut, erklärte er. „Somit sind wichtige Maßnahmen, die immer wieder zurückgestellt wurden, möglich.“ Beispiele seien der geplante Ausbau der Ortsdurchfahrt in Räber und die Kanalsanierung in Hösseringen. Auch nach Ansicht von Christine Kohnke-Löbert (Grüne) war die Steuererhöhung notwendig. „Endlich können wir an den Erhalt unserer Infrastruktur wieder denken und Akzente setzen“, betonte sie. Vor allem die Entwicklung des Hardausees sei sehr wichtig. „Wir können die Region damit touristisch aufwerten.“

Nur Einzelbewerber Götz Schimmack stimmte gegen den Haushalt. In diesem sah er „dunkle Wolken“ aufziehen, denn die Gemeinde verzichte durch die vorzeitige Beendigung des Mietverhältnisses im Suderburger Bürocenter auf Einnahmen. Zudem seien die Aufträge für die Sanierung der Regenwasserkanäle immer an das gleiche Ingenieurbüro vergeben worden, kritisierte er.

Von Bernd Schossadowski

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