Verein zieht positive Zwischenbilanz seines Angebots

Irene Schlüter ist 2000. Fahrgast des Suderburger Bürgerbusses

Günther Schröder und Bernd Roggemann stehen vor dem Bürgerbus und überreichen Irene Schlüter eine Flasche Sekt und einen Blumenstrauß.
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Irene Schlüter wurde von Günther Schröder (links) und Bernd Roggemann als 2000. Fahrgast des Suderburger Bürgerbusses mit Blumen und Sekt geehrt.
  • Bernd Schossadowski
    VonBernd Schossadowski
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Ein Jubiläum gab es jetzt beim Suderburger Bürgerbusverein zu feiern: Irene Schlüter wurde als 2000. Fahrgast mit einem Blumenstrauß und einer Flasche Sekt geehrt. Der Bus ist seit Februar 2019 in der Gemeinde auf Tour. Coronabedingt gab es zwischendurch aber mehrmonatige Pausen.

Suderburg – Ihren Rollator hebt sie beim Einsteigen immer selbst in den Suderburger Bürgerbus. Das ist für Irene Schlüter Ehrensache. „Nur nach dem Einkaufen, wenn der Rollator voll ist, nicht“, verrät die rüstige Dame und lacht. Auf der Rückfahrt lässt sie sich mit ihrer rollenden Gehhilfe beim Einsteigen ins barrierefreie Gefährt helfen. Mindestens einmal in der Woche nutzt Irene Schlüter den feuerroten Kleinbus. Jetzt wurde sie als 2000. beförderter Fahrgast vom zweiten Vorsitzenden des Bürgerbusvereins, Günther Schröder, und Fahrdienstleiter Bernd Roggemann mit einem Blumenstrauß und einer Flasche Sekt geehrt.

Am 1. Februar 2019 war der privat betriebene Bürgerbus zu seiner ersten Tour gestartet. Doch coronabedingt musste der Fahrbetrieb 2020 und 2021 für mehrere Mo-

nate unterbrochen werden. „Bis jetzt ist es etwa ein Jahr reine Fahrzeit“, erklärt Roggemann im AZ-Gespräch. „Mit den 2000 Fahrgästen können wir zufrieden sein. Andere Bürgerbusvereine haben uns erzählt, dass es dauert, bis sich so ein Angebot etabliert hat.“

Auf vier verschiedenen Linien in der Gemeinde Suderburg und der benachbarten Ortschaft Bargfeld (Gemeinde Gerdau) steuert der Bürgerbus montags bis freitags – außer an gesetzlichen Feiertagen – insgesamt 41 Haltestellen an. Pro Linie gibt es vier Rundfahrten pro Tag, wobei Start und Ziel jeweils auf dem Suderburger Marktplatz ist. „Wir haben den Fahrplan bereits zwei Mal angepasst, damit es zwischen den Touren kürzere Wartezeiten in Suderburg gibt“, erläutert Roggemann.

Am häufigsten genutzt wird die Linie 7043, die sogenannte Suderburger Ortsrunde, berichtet er. Die Schleife führt über Bahnhof, Friedhof, Wolfskuhle, St.-Remigius-Kirche, Neusaatengrün, Rathaus, Bahnser Straße und zurück. Für Irene Schlüter, die am Heideweg wohnt, ist dieser Rundkurs ideal. „Der Bus hält direkt vor meiner Haustür“, freut sie sich. Von dort lässt sie sich vormittags zum Einkaufen in die Ortsmitte und mittags zurück nach Hause fahren. Fast immer sei der Bus pünktlich. „Nur einmal habe ich eine halbe Stunde vergeblich gewartet. Dann habe ich bei Herrn Roggemann angerufen und erfahren, dass der Bus einen Platten hatte“, erzählt Irene Schlüter. „Sonst klappt das aber immer gut.“

Der Bürgerbus bietet Platz für acht Personen und den Fahrer. Dass auch Rollatoren transportiert werden können, ist nichts Ungewöhnliches. „Auch ein Rollstuhl und zwei Fahrräder passen rein“, berichtet Roggemann und fügt schmunzelnd hinzu: „Ein Hund darf auch mitfahren, wenn er artig ist.“

Zurzeit kann der Trägerverein auf einen Pool aus 21 ehrenamtlichen Fahrern zurückgreifen. „Alle sind gegen Corona geimpft“, berichtet Roggemann stolz. Weitere Fahrer sind herzlich willkommen – sie können sich bei ihm unter (0 58 26) 89 45 melden. „Der Bus hat eine normale Pkw-Zulassung. Man braucht keinen Busführerschein, um ihn fahren zu können“, betont Roggemann. Eine gültige Fahrerlaubnis der Klasse B, ehemals 3, reiche völlig aus.

Außerdem sucht der Verein noch Werbepartner, die sich oder ihr Unternehmen auf einem Monitor im Bus präsentieren wollen. „Und außen sind noch ein paar Werbeflächen frei, die mit Folie beklebt werden können“, sagt der Fahrdienstleiter. Denn nur durch Werbung und Spenden könne der Bürgerbus langfristig erhalten werden.

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