Anschluss in Dreilingen ist nicht wirtschaftlich / Amtsfeld: „Das Rohrsystem können die sich sparen“

Schnelleres Surfen nicht in Sicht

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Die Dreilinger Dorfgemeinschaft ist frustriert über die schlechte Internet-Leitung in ihrem Dorf.

Dreilingen. Die Dreilinger und Niebecker fordern die Politik mit Nachdruck auf, sich um die Versorgung der Dörfer mit schnellerem Internet zu kümmern.

Bereits vor Kurzem hatte die Telekom zwar in Jelmstorf eine Art Funk-Internet – LTE – angeboten, allerdings auch auf AZ-Nachfrage deutlich gemacht, dass ein solches Angebot wirtschaftlich sein müsse. Dreilingen sei derzeit kein Thema, so hieß es. Ein offener Brief des seit vier Wochen bestehenden Vereins Dorfgemeinschaft Dreilingen-Niebeck zeigt nun, wie tief der Frust über die schlechte Leitung des Internets sitzt: „Fakt ist, dass dieser Zustand zu Lasten der Lebensqualität in Dreilingen und Niebeck führt. Kinder benötigen für ihre schulische Entwicklung das Internet – Dreilinger und Niebecker Kinder sind abgekoppelt“, steht da. Häuser würden an Wert verlieren, Betriebe ließen sich nicht wirtschaftlich führen.

Versuche seitens der Bürger dazu habe es gegeben, so heißt es von dem Verein. Sie seien aber auch daran gescheitert, dass der Bürgermeister Eimkes, Dirk-Walter Amtsfeld, sie gebremst hatte. Der hatte das Thema laut eigener Aussage mit dem Landkreis beraten, der wiederum baut auf das Projekt der Leerrohre, die man bereit stelle, damit Telekommunikationsunternehmen Kabel legen.

Dieses Projekt wiederum hatte Amtsfeld in der Samtgemeinderatssitzung in Suderburg kritisiert: „Mit dem Leerrohrsystem kannst du keinen hintern dem Ofen vorlocken.“ Für ihn sei es „eine Katastrophe“, wie die Telekom mit Dreilingen umgehe. Der Landkreis lasse sich mit seinem Leerrohrsystem feiern. Suderburgs Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz hingegen hofft, dass sich die Anschluss-Lage des „Problemdorfes Dreilingen“ dadurch verbessern ließe. Doch Amtsfeld schränkt ein, dass der Landkreis einen Anbieter finden müsse, der die Kabel verlegt. „Dreilingen wird nicht angeschlossen, weil es wirtschaftlich nicht interessant für die Telekom ist. Das Rohrsystem können die sich sparen“, bekräftigt der Bürgermeister. Gegenüber der AZ erklärt er, die Krux sei nach wie vor das Geld: „Ich würde mich auch daran stören, wenn ich so langsames Internet hätte, aber die Wirtschaftlichkeit ist immer der Knackpunkt“.

Von Kai Hasse und Jörn Nolting

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