Erste Haushaltsberatungen in der Samtgemeinde Suderburg: 90 000 Euro fehlen für Ausgleich

Hupende Autos statt Sirene

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Die Feuerwehr in Ellerndorf kann sich mehrfach freuen: Zum einen gibt es ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug, das bisher mit Sperrvermerk zurückgestellt wurde, zum anderen einen passenden Einstellplatz und eine neue Sirene in der Ortsmitte.

Suderburg. Die Samtgemeinde Suderburg und das liebe Geld – am Mittwochabend wurde der erste Planentwurf des Haushalts für dieses Jahr den Mitgliedern des Samtgemeinderates vorgestellt.

Das 85-seitige Zahlenwerk wurde von Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz grob erläutert. Diskutiert wurde anschließend noch nicht, aber zumindest die größten Investitionen sowie Gewinne und Verluste stehen im Raume.

Die finanziell größten Batzen sind im Bereich der Feuerwehren geplant. So ist der geplante Einstellplatz für die Feuerwehr Ellerndorf mit 90 000 Euro die größte Investition in diesem Jahr. Mit 70 000 Euro schlägt der Einsatzleitwagen zu Buche. „Das Thema wird noch im Feuerschutzausschuss behandelt“, sagt Schulz.

Für Geräte in Gerdau, Bohlsen und Ellerndorf sind 43 000 Euro eingeplant. Einstimmig aufgehoben wurde der Sperrvermerk für das Tragkraftspritzenfahrzeug, das die Feuerwehr in Ellerndorf bekommen soll. Die 53 000 Euro finden sich allerdings nicht im Haushalt 2013 wieder, sondern werden im Zahlenwerk des vergangenen Jahres Berücksichtigung finden. „Wir rechnen mit dem Fahrzeug im September oder Oktober“, spekuliert der Samthgemeindebürgermeister.

Ebenfalls berücksichtigt ist eine neue Sirenenanlage in Ellerndorf. Sie wird 7200 Euro kosten. Ortsbrandmeister Thomas Bunge: „Wir sind nicht einsatzfähig. Sechs Feuerwehrleute haben Funkmeldeempfänger. Die anderen fahren hupend durchs Dorf.“ Seit dem 14 Dezember 2011, so Bunge, sei die Sirenenanlage kaputt. „Das ist mittlerweile 13 Monate her“, kritisiert der Ortsbrandmeister. „Solange ist es uns noch nicht bekannt“, reagiert der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Reinald Müller, zuständig auch für den Feuerschutz in der Samtgemeinde. Mittlerweile liegen Kostenangebote vor. Müller betont allerdings, dass die Feuerwehr einsatzfähig, aber die Erreichbarkeit „eingeschränkt“ sei.

Im Bereich Bau muss die Samtgemeinde in diesem Jahr auf Einnahmen aus der Miete für die Grundschule in Gerdau verzichten. Das inzwischen leerstehende Gebäude wurde vom Kindergarten der Lebenshilfe angemietet und spülte 37 800 Euro in die Kasse. „Das hat im vergangenen Jahr maßgeblich zum Haushaltsausgleich beigetragen“, sagt Schulz und gibt die Hoffnung nicht auf, einen Mieter zu finden.

Rund 90 000 Euro fehlen am Ende, um einen Haushaltsausgleich zu erreichen. „Wir müssen jetzt alle Anstrengungen mobilisieren, um den Haushalt auszugleichen“, fordert der Suderburger Verwaltungschef. Nun müssen die Ausschüsse tagen und nach Einsparmöglichkeiten suchen.

Von Jörn Nolting

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