Das Motto von Andreas Mücke lautet: „Weiter, weiter, immer weiter“!

Holxener hat sich nach zwei Schlaganfällen zurück ins Leben gekämpft

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Trainiert seit Monaten fleißig auf der Laufbahn des Suderburger Sportzentrums: Andreas Mücke aus Holxen bereitet sich derzeit auf den Heidelberg-Marathon und andere Wettkämpfe vor. 

Holxen – „Weiter, weiter, immer weiter“, so lautet das persönliche Motto von Andreas Mücke aus Holxen.

Doch damit meint der 49-Jährige, der sich seit 2017 nach zwei Schlaganfällen mit großem Willen zurück ins Leben gekämpft hat (AZ berichtete), nicht nur seinen Lebensmut. Das Motto ist auch ganz wörtlich zu verstehen: Mit seinem Handbike legt Mücke, der beim Gehen stark eingeschränkt ist, inzwischen immer weitere Strecken zurück.

„Seit dem 1. Januar habe ich schon mehr als 3.800 Trainingskilometer hinter mir. Das ist noch mal eine deutliche Steigerung gegenüber 2018“, erzählt der Holxener, der 2002 deutscher Meister im Autopulling war. Durchschnittlich dreimal pro Woche trainiert er mit seinem Spezialfahrrad – entweder zu Hause auf seiner Laufrolle oder auf der Laufbahn des Suderburger Sportzentrums. „Hier gibt es keinen Verkehr und keine Fußgänger, und die Strecke ist sehr gut“, schildert Mücke, der dem Platzwart dankt, dass er die Anlage nutzen darf.

Das intensive Training hat einen Grund: Mücke hat bereits an zahlreichen Wettkämpfen teilgenommen, bei denen neben Läufern auch Rollstuhl- und Handbikefahrer am Start waren. Zurzeit bereitet sich der Holxener auf den internationalen Rollstuhl-Marathon vor, der am kommenden Sonntag in Heidelberg stattfindet. „Das ist eines von nur vier Rennen dieser Art, die es weltweit gibt“, erklärt er. Erwartet werden 500 Teilnehmer aus 22 Ländern, die Strecke ist etwa elf Kilometer lang.

Doch für den Start in Heidelberg musste sich Mücke erst sportlich qualifizieren. Es galt, zehn Kilometer in unter 45 Minuten zurückzulegen. Das hat der 49-Jährige locker geschafft. „Meine beste Leistung waren bisher 29 Minuten und 12 Sekunden“, berichtet er stolz. Seiner Teilnahme in der Einsteigerklasse steht am Sonntag somit nichts im Weg. Und mit seinem knapp zehn Kilo schweren Handbike mit 28 Gängen, Stahlgestell, Carbonsitz und Scheibenbremsen ist er dafür gut gerüstet.

Bereits im Mai hat Mücke am „IKK BB-Firmenlauf“ in Berlin teilgenommen. „Da wurde ganz schön taktiert“, erinnert sich der Holxener an das 5,5 Kilometer lange Rennen in der Handbike-Klasse. „Niemand wollte die Führungsarbeit leisten, um den anderen keinen Windschatten zu geben.“ Erst auf den letzten 500 Metern fiel die Entscheidung – und Mücke siegte in etwas mehr als 18 Minuten. „Ich bin beim Überholen nicht links rausgefahren, sondern rechts. Damit haben die anderen Teilnehmer nicht gerechnet“, verrät er und lacht verschmitzt.

Auch beim AZ-Abendlauf in Uelzen und beim Bergedorfer City-Lauf war der 49-Jährige in diesem Jahr am Start. Am 17. August steht für ihn ein weiteres Highlight an: der große SoVD-Inklusionslauf auf dem Rollfeld des ehemaligen Flughafens in Berlin-Tempelhof. Für Mücke zählt dabei aber nicht nur seine sportliche Leistung. Er möchte auch ein Vorbild für andere Schlaganfall-Patienten sein, dass man seinen Lebensmut nicht verlieren darf und trotz Handicaps sportlich aktiv sein kann.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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