Junge Uelzener setzen Dreharbeiten für Film „Liberty“ im Museumsdorf fort / Premiere ist 2019 geplant

Hollywood-Flair in Hösseringen

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Eine weitere Szene des Films ist im Kasten: Schauspielerin Ronja Timm (links) hat auf dem Tisch im Kötnerhaus des Museumsdorfes Hösseringen einen Brief gefunden. Regisseur Luzian Massarrat (2. von links) und sein Team sind mit dem Dreh zufrieden. 

Hösseringen. Rauch wabert durch das Kötnerhaus im Museumsdorf Hösseringen. Vorsichtig öffnet Ronja Timm die Tür, blickt sich um, dann entdeckt sie einen Brief auf dem Tisch. Sie öffnet den Umschlag, liest die handschriftlichen Zeilen, verharrt schweigend.

„Cut“, ruft Regisseur und Drehbuchautor Luzian Massarrat zufrieden. Eine weitere Szene ist im Kasten.

Gestern hat eine Gruppe junger Filmemacher aus Uelzen und Umgebung ihre Dreharbeiten für den Film „Liberty“ fortgesetzt. An seinem 27. von insgesamt 40 Drehtagen war das Team der CFT-Productions zu Gast im Museumsdorf. Mitte 2017 hatten die Nachwuchs-Filmemacher um Clemens Krauß, Fabian Schröder und Timon Kraaz angefangen (AZ berichtete). Seitdem hat die Crew – die meisten Mitwirkenden sind erst 15 bis 20 Jahre alt – unter anderem im Uelzener Stadtwald, am Fischerhof, in einem Häcklinger Fabrikgelände, am Jastorfer See und im Uelzener Industriehafen gefilmt.

In dem voraussichtlich etwa 100 Minuten langen Spielfilm geht es um ein Dorf in einem fiktiven Entwicklungsland. Nach einem Bürgerkrieg sind die Kinder auf sich allein gestellt, denn eine Terrormiliz hat ihre Eltern verschleppt. Die Kinder um ihre Anführerin Luana, gespielt von Nici Timm, raufen sich zusammen und stellen sich dem Kampf mit der brutalen Miliz.

Mit den Dreharbeiten ist Luzian Massarrat sehr zufrieden. „Es läuft richtig gut. Wir haben ein tolles Team. Alle denken super mit, es ist sehr entspannt, aber professionell“, erzählt er. Das Hösseringer Freilichtmuseum sei als Drehort perfekt. „Hier ist alles schon eingerichtet, wir müssen keine Häuser oder Mobiliar nachbauen.“

Eine der größten Szenen des Films soll heute im Museumsdorf gedreht werden. „Das wird einer der heftigsten Tage“, ahnt die zweite Regie-Assistentin Stefanie Siegberg. Denn allein 40 bis 50 Komparsen werden mitspielen, insgesamt sind fast 100 Leute am Filmset. „Das alles zu koordinieren, wird ziemlich aufwendig“, sagt die junge Frau. Doch die Arbeit mache viel Spaß, alle zögen an einem Strang, ergänzt Clemens Krauß. „Wir alle haben das Ziel vor Augen, dass dabei ein guter Film herauskommt.“ Noch besser als die Kurzfilme „Fremde“ und „Gefangen im Netz“, für die CFT-Productions bereits mit der Heide-Wendland- und der Niedersachsen-Filmklappe ausgezeichnet worden ist.

Weil die meisten Mitglieder des Filmteams noch zur Schule gehen, wird hauptsächlich in den Ferien gedreht. „Die letzten zehn Drehtage sind für Anfang der Sommerferien geplant“, blickt Produzent Timon Kraaz voraus. Dann soll in einer Bunkeranlage in Hamburg und im alten Elbtunnel gefilmt werden. Nach den Dreharbeiten steht die Nachbearbeitung des Films an, die mehrere Monate dauern wird. „Wir hoffen, dass wir in einem knappen Jahr Premiere feiern können“, sagt Timon Kraaz. Bis dahin will CFT-Productions auch einen Filmverleih finden, der „Liberty“ deutschlandweit in die Kinos bringt. Und wer weiß, vielleicht steht dem Team dann ein weiterer Filmpreis ins Haus.

Von Bernd Schossadowski

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