Hösseringer Schootenring ohne Vorstand

Es rumort im Hösseringer Schootenring. Am morgigen Freitag findet deshalb eine außerordentliche Versammlung statt. Dann klärt sich auch, ob das Schootenfest in Gefahr ist.

Hösseringen - Von Jörn Nolting. Bis vors Gericht zog der Gesamtvorstand des Schootenrings Hösseringen, um sein Satzungsrecht durchzusetzen. Am Ende musste sich der Verein der Rechtssprechung beugen – mit Konsequenzen. Der geschäftsführende Vorstand trat geschlossen zurück und der bisherige Geschäftsführer Bernd Roggemann trat sogar aus dem Verein aus.

Den Ausschlag gab die Mitgliederversammlung im Jahr 2008. Der damalige Geschäftsführer und auch der gesamte Vorstand wurden öffentlich während der Vorstandswahlen vor der gesamten Mitgliederversammlung von einer Frau als Lügner bezeichnet. Die Frau wurde daraufhin vom Gesamtvorstand wegen unehrenhaften Verhaltens satzungsgemäß aus dem Verein ausgeschlossen – vor Gericht klagte sie gegen diesen Ausschluss. Erfolgreich. Nun steht der 115 Mitglieder zählende Schootenring ohne Vorstand da, weil aufgrund des Gerichtsurteils alle Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands zurückgetreten sind. Am morgigen Freitag wird während der außerordentlichen Versammlung nun ein neuer Vereinsvorstand gewählt. Beginn der Sitzung ist um 20 Uhr im Hösseringer Hof. Der bisherige Vorstand wird wohl nicht bereit sein, wieder anzutreten.

Auch das Gerichtsverfahren in dieser Art wird angezweifelt, da es nach Kenntnis des Vorstandes und auch des Rechtsbeistandes Aufgabe des Gerichtes ist, lediglich die Richtigkeit der Durchführung einer Vereinsstrafe zu prüfen. Die Richtigkeit wurde dem Vorstand ausdrücklich vom Gericht bestätigt. Die Festlegung eines Strafmaßes für Vergehen innerhalb eines Vereines unterliegt der Vereinsautonomie, was vom Gericht anders gesehen wurde und der Straftatbestand der Beleidigung wurde außer Acht gelassen.

Des Weiteren gab es keine Gerichtsverhandlung mit Zeugenaussagen, von der ausgeschlossenen Dame aufgestellte Behauptungen wurden als wahr hingenommen und vom Vorstand angebotene Gegenbeweise wurden nicht berücksichtigt, beklagt sich der geschäftsführende Vorstand des Hösseringer Vereins.

„In einem Ehrenamt, das viel Zeitaufwand kostet und Spaß machen soll, muss sich niemand unbegründet beleidigen lassen“, so die einhellige Meinung der Vorstandsmitglieder.

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