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Hösseringer Museum will Gaststätte im Haus am Landtagsplatz wiederbeleben

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Von: Bernd Schossadowski

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Das Haus am Landtagsplatz in Hösseringen steht seit dem Saisonende 2018 leer. Ein neuer Pächter für die Gastronomie wird bisher vergeblich gesucht.
Das Haus am Landtagsplatz in Hösseringen steht seit dem Saisonende 2018 leer. Ein neuer Pächter für die Gastronomie wird bisher vergeblich gesucht. © Schossadowski, Bernd

Das Museumsdorf Hösseringen zieht wieder mehr Besucher an, doch seit einigen Jahren gibt es keine richtige Gastronomie mehr. Ein neuer Pächter für die Gaststätte wurde bisher nicht gefunden.

Es ist ein imposantes Fachwerkhaus mit Reetdach und einem angegliederten Trakt samt Veranstaltungssaal. Doch das Haus am Landtagsplatz in Hösseringen steht seit mehr als drei Jahren leer. Die Pächter hatten die Gastronomie zum Saisonende 2018 aufgegeben, wie Geschäftsführer Dr. Ulrich Brohm jetzt in der Mitgliederversammlung des Vereins für das Museumsdorf Hösseringen berichtete. Bis heute ist es nicht gelungen, einen neuen Pächter für die seitdem geschlossene Gaststätte zu finden. Doch die Suche des Vereins geht unverdrossen weiter.

„Wir hatten eine Reihe von wirklich ernsthaften Interessenten, mit denen der Vorstand Gespräche über die Modalitäten der Pacht geführt hat“, teilte Brohm in der Versammlung mit. „Wir haben ihnen auch angeboten, die Pacht für einen Zeitraum zu verringern.“ Doch alle Vermarktungsversuche seien bislang erfolglos geblieben. In den Gesprächen hätten die Interessenten auf zwei Kernprobleme verwiesen: zum einen die wirtschaftliche Ungewissheit aufgrund der Corona-Pandemie, zum anderen die Schwierigkeit, Personal für die Gaststätte zu finden. Und dann zitierte Brohm noch die Aussage eines Experten aus Hannover zum Haus am Landtagsplatz: „Das ist ein tolles Objekt, aber ziemlich abgelegen.“

Dabei sei es für das Museumsdorf sehr wichtig, vor Ort wieder ein festes gastronomisches Angebot zu schaffen, betonte Brohm. Derzeit können sich die Besucher mit Leckereien aus einem Salonwagen stärken. Wünschenswert wäre für Brohm aber, dass das Haus am Landtagsplatz wieder eröffnet wird. Neben der Verpachtung des Gesamtobjekts kann er sich auch eine Teilnutzung vorstellen, zum Beispiel die Einrichtung einer Cafeteria im Altbau. „Vielleicht ist das eine Möglichkeit, dass wir damit noch andere Interessenten ansprechen“, meinte Brohm.

Aus der Versammlung wurde die Frage gestellt, ob der Verein es einem Pächter erlauben würde, im Haus Übernachtungsmöglichkeiten zu schaffen. „Wir gehen viele Kompromisse ein, wenn sie gewünscht werden und vertretbar sind“, sagte Schatzmeister Jan Dammann. „Wir würden es wohlwollend prüfen, wenn Interessenten im Obergeschoss Gästezimmer ausbauen wollten.“

Zuvor hatte Brohm auf die beiden vergangenen Jahre zurückgeblickt. Aufgrund der Corona-Pandemie musste das Museumsdorf 2020 für 54 Tage und 2021 für zwölf Tage geschlossen bleiben. Außerdem wurden viele Veranstaltungen abgesagt. Das wirkte sich auf die Besucherzahlen aus. 2020 waren es nur rund 15 000 – etwa 32 Prozent weniger als im Jahr zuvor. 2021 wurden immerhin 20 000 Besucher gezählt. „Im Vergleich zu anderen Museen sind wir aber noch ganz gut weggekommen“, erklärte Brohm. Man habe vor allem in den Sommermonaten vom gestiegenen Inlandstourismus profitiert.

Eine Befragung unter den Besuchern habe ergeben, dass diese nicht nur aus der Region Uelzen kommen, sondern auch darüber hinaus – aus anderen Teilen Niedersachsens und sogar aus Nordrhein-Westfalen. „Das zeigt deutlich die Bedeutung des Museumsdorfes als wichtiges Ziel für auswärtige Touristen“, freute sich Brohm. „Wir sind für sie nach der Bevenser Therme das zweitwichtigste Ziel im Landkreis Uelzen.“

Zum Ausblick auf die Museumssaison 2022 und zu anderen Themen in der Versammlung folgt demnächst ein weiterer Bericht in der AZ.

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