Belüftung mit Sauerstoff: Feuerwehren spritzen Wasser in den Hardausee

Hösseringen: Geballter Einsatz gegen Blaualgen

+
Mit Schläuchen und Strahlrohren haben vier Feuerwehren aus der Samtgemeinde Suderburg Wasser in den Hardausee gespritzt. Das Ziel ist, angesichts steigender Temperaturen ein starkes Algenwachstum und damit ein Badeverbot zu verhindern. 

Hösseringen – Der Sommer feiert ein Comeback, die Temperaturen nähern sich in den nächsten Tagen der 30-Grad-Marke. Damit steigt auch wieder das Risiko, dass sich im Hardausee bei Hösseringen gesundheitsgefährdende Blaualgen bilden.

Um ein Badeverbot wie im vergangenen Sommer (AZ berichtete) zu verhindern, sind vier Feuerwehren aus der Samtgemeinde Suderburg kürzlich zur Tat geschritten: Sie haben mit ihren Pumpen Wasser aus dem See gesaugt und mit Schläuchen und Strahlrohren zurückgespritzt. „Dadurch wurde das Wasser wieder mit Sauerstoff angereichert“, erklärt Johann Schröder vom Presseteam der Feuerwehr Suderburg.

Durch die Hitzewelle im Juni hatte die Wasserqualität des Hardaussees eine kritische Grenze erreicht. Bei einer Messung am 26. Juni waren ein vermehrtes Aufkommen an Makroalgen und eine Trübung des Gewässers festgestellt worden. Kein Wunder: Die Wassertemperatur lag damals bei fast 26 Grad.

„Es drohte der See zu ,kippen‘“, berichtet Schröder. „Unter einem Badeverbot hätte die ganze Region gelitten, die Sommerferien haben begonnen und der nahegelegene Campingplatz ist gut besucht.“ Um ein solches Szenario zu verhindern, haben die Freiwilligen Feuerwehren Suderburg, Hösseringen, Räber und Holxen den Hardausee belüftet. Durch das eingebrachte Wasser sei dieser wieder mit Sauerstoff angereichert worden.

„Es wurde aber nur Wasser von der Oberfläche des Sees entnommen“, sagt Reinald Müller, zuständiger Fachbereichleiter bei der Samtgemeinde Suderburg. Das Wasser sei nicht zu tief herausgepumpt worden, um nicht den abgesetzten Schlamm aufzuwühlen. „Darunter hätte die Wasserqualität gelitten und es hätte die Gefahr bestanden, dass die Pumpen Schaden nehmen“, erläutert er.

Dank des Einsatzes der Feuerwehren und der gesunkenen Temperaturen in den vergangenen Wochen habe sich der Zustand des Gewässers verbessert. Doch sollte es jetzt wieder hochsommerlich warm werden, drohe eine erneute Ausbreitung von Blaualgen, so Müller. Die nächste Messung der Wasserqualität sei für Ende Juli geplant.

„Wir werden das im Auge behalten und wollen dem Algenwachstum frühzeitig entgegenwirken“, sagt der Fachbereichsleiter. Er kann sich auch vorstellen, dass die Belüftung des Sees wiederholt wird. Eine Situation wie im August 2018 gelte es unbedingt zu verhindern. Damals hatte das Gesundheitsamt des Kreises Uelzen aufgrund der Algenbelastung ein etwa zweiwöchiges Badeverbot für den Hardausee verhängt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare