Hirse aus Äthiopien

In Gruppen wurden die Besucher über die einzelnen Parzellen geführt.

Hamerstorf. Sand im Osten, Vorzeigeboden im Norden – die landwirtschaftlichen Betriebe im Landkreis Uelzen produzieren unter sehr unterschiedlichen Boden- und auch Klimaverhältnissen. Und auch in ganz Niedersachsen sind die regionalen Unterschiede erheblich.

Diese verschiedenen Anbauregionen deckt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit einem Netz von Versuchsfeldern ab. „Es liefert die notwendigen Grundlagen für die Beratung“, sagt Dr. Jürgen Grocholl, Leiter Bezirksstelle Uelzen, mit Blick auf das Versuchsfeld in Hamerstorf. Am gestrigen Dienstag hatte die Landwirtschaftskammer zum Feldtag eingeladen und zahlreiche Landwirte nutzten die Möglichkeit, sich umfassend zu informieren.

Fast 40 landwirtschaftliche Fachfirmen stellten gestern in Hamerstorf im Rahmen des Feldtages ihre Angebote vor. Veranstalter war die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Fotos: Ph. Schulze

Alle Versuchsstationen bilden zusammen ein System von Versuchen, das von der Planung bis hin zur Ausführung zentral von dem Geschäftsbereich Landwirtschaft gesteuert wird. Durch mehrortige Prüfungen innerhalb der Anbauregion Niedersachsen lassen sich temporäre Jahreseinflüsse ausgleichen. Dabei wird auch länderübergreifend mit Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein gearbeitet. Die Versuchsstation in Hamerstorf erstreckt sich über 26 Hektar. Angepflanzt werden Kartoffeln, Getreide und Rüben. Sie werden unterschiedlich gedüngt, so dass direkte Vergleiche gezogen werden können. Einmalig in Hamerstorf ist sind die Beregnungsversuche. „Das Wasser soll im Rahmen des Klimawandels optimal genutzt werden“, erklärt Grocholl. Deshalb gibt es auch Forschungsprojekte wie „Klimzug“ und „Aquarius“. Und es gibt Teff. Teff ist eine Hirseart, ein sehr altes äthiopisches Kulturgetreide. „Wir hoffen, dass es mit Trockenheit klarkommt. Und es ist glutenfrei“, sagt Grocholl. Ein Vermarktungsproblem gibt es allerdings, denn Teff darf nur unter Patent einer holländischen Firma genutzt werden. „Es mag eine Alternative sein für die ökologische Nische“, mutmaßt der Leiter Bezirksstelle Uelzen. Außerdem kommt es mit wenig Wasser besser klar. Auch in diesem Bereich wird in Hamerstorf experimentiert. „Ein Teil des Versuchsfeldes wird regelmäßig, ein Teil weniger und ein Teil gar nicht beregnet“, erklärt Grocholl. Je nach Sorten und Beregnung reagieren die Pflanzen anders. Erst nach mindestens drei Jahren Versuchsdauer veröffentlicht die Landwirtschaftskammer die Ergebnisse. Gestern konnten die Landwirte sich an den Feldern rundum informieren lassen. Erst gab es Gruppenführungen, am Nachmittag wurden spezielle Fragen beantwortet.

Von Jörn Nolting

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