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Heideblüten in Ellerndorf nur auf Sparflamme

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Von: Bernd Schossadowski

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Die Ellerndorfer Heide
Der Eindruck täuscht: Auch wenn die Ellerndorfer Heide derzeit einen lila Mantel trägt, ist die Heideblüte recht enttäuschend. Aufgrund der langen Trockenheit sind nur die Spitzen der Pflanzen gefärbt. © Reuter, Norman

Die Blüte in der Lüneburger Heide hat begonnen.  Ein lila leuchtender Teppich breitet sich derzeit südlich von Hamburg aus. Anders sieht es hingegen in der Ellerndorfer Heide aus, die mit rund 70 Hektar die größte Fläche ihrer Art im Landkreis Uelzen ist.

Ellerndorf - „Hier ist die Heideblüte gar nicht gut. Nur die Spitzen der Heidepflanzen sind violett. Es fehlt einfach der Regen“, sagt Götz Schimmack, Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung der Ellerndorfer Wacholderheide, im Gespräch mit der AZ.

Zwar seien auch die vergangenen Sommer häufig zu trocken gewesen. „Meistens gab es damals aber zwei bis drei Wochen vor Beginn der Heideblüte noch mal ordentliche Regengüsse. Dadurch wurde die Blüte prächtig“, erinnert sich Schimmack. Das habe es in diesem Jahr jedoch gar nicht gegeben. Dadurch hätten nur die obersten Pflanzenteile lila Blüten gebildet.

Heideblattkäfer ist kein Problem mehr

Zum Glück sei in diesem Sommer der Heideblattkäfer nicht mehr aufgetreten. Vor einigen Jahren sei die Fläche von dem Schädling, der Heideblätter und Triebspritzen frisst, stark befallen gewesen. „Seitdem ist er aber nicht wieder in Erscheinung getreten“, berichtet Schimmack.

Der etwa 75 Mitglieder zählende Verein zur Erhaltung der Wacholderheide kümmert sich um die Pflege der Fläche. Im Gegenzug erhält er vom Landkreis einen jährlichen Zuschuss von 1500 Euro. „Jedes Jahr wird die Heide geschoppert. Mit einer Spezialmaschine wird die oberste Humusschicht abgetragen, denn die Heide mag nicht so gerne nährstoffreiche Böden“, erklärt Schimmack. Dadurch werde die Heide verjüngt. Nach drei oder vier Jahren bilde sich eine geschlossene Decke aus Jungpflanzen.

Zudem treffen sich Vereinsmitglieder regelmäßig zum Entkusseln. Dabei werden Birken- und Kiefernschösslinge entfernt, die das Wachstum der Heide hemmen. Das ist vor allem auf der 1,8 Hektar großen Erweiterungsfläche im Nordosten der Ellerndorfer Heide erforderlich. Diese gehörte der Firma Rheinmetall, bestand aus einem Acker und wurde vor einigen Jahren vom Verein übernommen. Auch mehrere Schüler der Oberschule Suderburg haben bereits beim Entkusseln geholfen.

Schnucken fressen die Schösslinge ab

Darüber hinaus sorgen die Heidschnucken des Eimker Schäfers Gerd Jahnke dafür, dass sich die Schösslinge nicht ausbreiten können. Nicht zuletzt entfernt der Verein zu dicht stehende Wacholderbüsche, durch deren Wachstum sich die Heide nicht gut entwickeln kann. „Jedes Jahr machen wir das an einer anderen Stelle“, schildert Schimmack.

Einer alten Bauernregel zufolge blüht die Heide zwischen dem 8. August und dem 9. September. Aktuell ist erkennbar, dass sich die vielen Flächen unterschiedlich entwickeln. Während die Gebiete rund um Brunsberg, Büsenbachtal und Töps Heide (alle Landkreis Harburg) oder Behringer Heide (Heidekreis) schon sehr weit sind, dauert es in manchen anderen Regionen noch etwas länger, bis die Blüte volle Fahrt aufnimmt. „Das ist ein Vorteil, denn so haben wir länger blühende Flächen für die Gäste“, sagt von dem Bruch. In den nächsten Wochen sind täglich Heide-Scouts unterwegs und prüfen die Blütestände in den Heideflächen. Je nach Lage und Sonneneinstrahlung öffnen sich die Knospen. Wir erwarten eine intensive Blütezeit, die aufgrund der prognostizierten heißen Temperaturen allerdings etwas kürzer ausfallen könnte“, erklärt Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft Lüneburger Heide GmbH.

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