Neue Versammlungsstätte

Ein Haus für alle Bürger: „Dat Gerdau-Huus“ in der Grundschule eröffnet

In diesem Teil des zweigeschossigen Trakts der Grundschule wurde „Dat Gerdau-Huus“ eingerichtet.
+
In diesem Teil des zweigeschossigen Trakts der Grundschule wurde „Dat Gerdau-Huus“ eingerichtet.

Gerdau – Mancher Besucher fühlt sich gestern beim Rundgang durch den zweigeschossigen Teil der Grundschule Gerdau an seine eigene Schulzeit erinnert.

„Das ist unser alter Klassenraum“, sagt Björn Krüger, Mitglied des Gerdauer Gemeinderates, als er die Gäste in kleinen Gruppen durchs umgebaute Gebäude führt. In vielen Räumen hängen noch die alten Kreidetafeln, überall riecht es förmlich nach Schule.

Doch um eine Schulbesichtigung handelt es sich nicht. Vielmehr wird im Rahmen einer Feierstunde die neu geschaffene Versammlungsstätte der Gemeinde eröffnet. Sie trägt den Namen „Dat Gerdau-Huus – ein Ort für Alle“. Sechs Räume auf zwei Etagen stehen jetzt im rechten Teil des Doppelgeschoss-Trakts für Veranstaltungen von Vereinen und Organisationen, für private Feiern, Dorftage, Kurse, Ausstellungen oder Flohmärkte zur Verfügung.

Niels Tümmler (2. von links) und weitere Mitglieder des Gemeinderates führten die Besucher gestern durch die Räume der neuen Versammlungsstätte in der Gerdauer Grundschule – hier der große Saal im Erdgeschoss.

„Heute ist für die Gemeinde Gerdau ein schöner Tag“, sagt Bürgermeister Stefan Kleuker in seiner Begrüßungsrede vor mehr als 100 Besuchern. „Dieses Gebäude soll Allen offen stehen.“ Zudem erinnert er daran, dass es die ersten Bestrebungen, ein Dorfgemeinschaftshaus einzurichten, vor fast drei Jahren gab. Das Ziel war, nach der Schließung mehrerer Gaststätten im Raum Gerdau wieder Versammlungsmöglichkeiten zu bieten.

„Es ist gut geworden“, meint Kleuker mit Blick auf die neuen Räume. „Platz genug haben wir jetzt.“ Die Gesamtkosten für den Umbau liegen bei rund 330 000 Euro. Die Gemeinde hofft jedoch, dass sie Leader-Fördermittel in Höhe von 120 000 Euro bekommt. Dafür wurde bereits ein Antrag gestellt.

Architekt Heinz Joachim Martens erinnert an die zügige Ausführung der Arbeiten: Am 3. März habe der Umbau des Schultrakts begonnen, am 23. Juni sei alles fertig geworden. Und dann überreicht Martens den symbolischen Schlüssel an Kleuker.

Das Gebäude verbleibt im Eigentum der Samtgemeinde Suderburg. Mit ihr ist aber vertraglich geregelt, wie die Gemeinde Gerdau die Räume nutzen darf. Diese sind nach sechs Ortsteilen benannt. Im barrierefreien Erdgeschoss wurden die Räume Gerdau und Barnsen – zwei ehemalige, jeweils 60 Quadratmeter große Klassenzimmer – eingerichtet. Zusammen bilden sie einen großen Veranstaltungssaal mit Stühlen und Tischen. Für kleinere Feiern können sie durch eine mobile Trennwand unterteilt werden. Nebenan gibt es behindertengerechte Toiletten und eine moderne Küche.

Im Obergeschoss befinden sich die etwas kleineren Räume Groß Süstedt, Bargfeld und Bohlsen sowie der Mini-Raum Holthusen II, der derzeit als Lager für Mobiliar und Geschirr dient. Erste Nutzungsanfragen für die neuen Räumlichkeiten liegen der Gemeinde schon vor. So soll dort im September ein Plattdeutschkurs stattfinden.

Zur Feier des Tages spendiert die Gemeinde allen Besuchern gestern kostenlos Essen und Trinken. Die Landfrauen sorgen für Kaffee und Kuchen, die Feuerwehr für Bratwurst, zudem gibt es ein Getränke-Team. Um Spenden wird gebeten, der Erlös fließt in die Klassenkassen der ersten bis vierten Jahrgänge der Gerdauer Grundschule. VON BERND SCHOSSADOWSKI

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare