Fraktion fordert Schutzstreifen auf Bahnhofstraße in Suderburg – und malt Markierung zur Not selbst

Suderburg: Grüne wollen Radweg pinseln

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Für viele Radfahrer ist die rechtliche Situation auf der Bahnhofstraße in Suderburg unklar: Eigentlich müssen sie auf der Fahrbahn radeln, doch weil sie sich dort nicht sicher fühlen, nutzen sie den Gehweg. Nun fordern die Grünen Schutzstreifen für Radler.

Suderburg. Greift Gemeindebürgermeister Hans-Hermann Hoff demnächst zu Pinsel und weißer Farbe und malt persönlich einen Schutzstreifen für Radfahrer auf die Bahnhofstraße in Suderburg? Dieses ungewöhnliche Angebot macht der Grünen-Politiker im Namen seiner Fraktion.

Sie setzt sich dafür ein, das Fahrradfahren auf der Suderburger Ortsdurchfahrt, der Kreisstraße 9, sicherer zu machen. Dazu solle besagter Schutzstreifen in Form einer unterbrochenen Linie mit Fahrrad-Piktogramm auf der rechten Seite der Bahnhofstraße – vom Rathaus bis zur Einmündung „Am Bahnhof“ – aufgetragen werden, fordern die Grünen. „Sollte es an den Kosten scheitern, malen wir gerne mit anderen Radfahrfreunden die Streifen selber auf“, bietet Hoff an. Der Antrag solle nun im Suderburger Rat erörtert werden.

In entgegengesetzter Fahrtrichtung schwebt den Grünen ein anderes Mittel für mehr Verkehrssicherheit vor: Sie wollen, dass der dortige Fußweg wieder einseitig für Radler freigegeben wird. Diese müssen seit vorigem Herbst nämlich auf die Fahrbahn ausweichen. Entsprechende Schilder, die das Radfahren auf dem Gehweg erlauben, hat der Landkreis damals entfernen lassen (AZ berichtete).

Noch immer herrsche Unsicherheit auf der Bahnhofstraße, hat Hoff beobachtet. „Hier radeln weiterhin etliche Radfahrer, darunter viele Studenten, verbotenerweise auf dem Gehweg, weil sie sich auf der Bahnhofstraße im Autoverkehr nicht sicher fühlen.“ Deshalb plädieren die Grünen nun dafür, dass die Benutzung des Gehwegs für Radfahrer in einer Richtung – rechtsseitig vom Gasthaus Pommeriens bis zur Einmündung des Tannrähmswegs – freiwillig wird. Den Gehweg in beiden Richtungen zu befahren, wie es bis Herbst 2015 erlaubt war, lehnen die Grünen indes ab. Das sei zu gefährlich.

Beim Landkreis Uelzen stößt der Antrag der Fraktion jedoch auf Ablehnung. Auf der Bahnhofstraße sei keine besondere Gefahrenlage für Radfahrer gegeben, erklärt Kreissprecher Martin Theine auf AZ-Anfrage. Deshalb sei für sie die Pflicht, den Gehweg zu nutzen, auf weiten Teilen der Suderburger Ortsdurchfahrt aufgehoben worden. Nur an der Bahnser Straße sei eine Freigabe des Gehwegs für den Radverkehr erforderlich gewesen, betont Theine. Außerdem stellt er mit Blick auf das Angebot von Hoff klar: „Einen Schutzstreifen eigenmächtig auf die Fahrbahn zu malen, ist rechtlich nicht zulässig. So etwas muss durch Fachbetriebe ausgeführt werden.“

Trotzdem werde der Antrag nun in den politischen Gremien Suderburgs behandelt, kündigt Gemeindedirektor Thomas Schulz an. „Das wird aber nur dazu führen, dass wir den Antrag entweder unterstützen oder nicht. Die Entscheidung trifft jedoch allein der Landkreis.“ Und der werde sicherlich keine Kehrtwende vollziehen, glaubt Schulz.

Von Bernd Schossadowski

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