Ostfalia plant Ladestation für Elektrofahrzeuge auf dem Campus / Spezial-Angebot bis Ende 2015

Gratis Strom tanken in Suderburg

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Neue Impulse für die E-Mobilität: Auf dem Ostfalia-Campus in Suderburg soll eine Schnell-Ladesäule für Elektrofahrzeuge installiert werden. Dort können Autos innerhalb von 30 bis 60 Minuten „aufgetankt“ werden. Bis Ende dieses Jahres soll das Stromladen dort kostenlos sein.

Suderburg. Sie sieht aus wie die Zapfsäule einer Tankstelle – jedoch mit dem Unterschied, dass dort kein Benzin, sondern Strom getankt werden kann.

Die Ostfalia Hochschule will die Elektromobilität in der Region fördern und plant deshalb, auf dem Suderburger Campus eine öffentliche Ladestation für Elektrofahrzeuge zu installieren. Das kündigt Professor Dr. Thomas Cerbe vom Institut für Verkehrsmanagement des Ostfalia-Standortes Salzgitter gegenüber der AZ an. Die Station könnte möglicherweise schon im Sommer in Betrieb genommen werden, sagt er.

Das Besondere daran: In der Anfangszeit soll das Aufladen kostenlos sein. „Wir werden den Strom bis zum 31. Dezember 2015 verschenken. Erst danach wird es die Nutzer etwas kosten“, erklärt Cerbe. Das Angebot gelte nicht nur für Ostfalia-Mitarbeiter. „Jeder kann dort laden“, betont er.

Geplant sei eine Schnell-Ladesäule mit einer Leistung von 20 bis 22 Kilowatt für die gängigen Standards der Elektrofahrzeuge. „Dort dauert es nur 30 bis 60 Minuten, bis die Batterie vollständig geladen ist“, erklärt Cerbe. Die herkömmlichen Ladesäulen benötigten dagegen sechs bis sieben Stunden. Die Säule, deren Bauart noch nicht feststeht, soll auf dem Parkplatz gegenüber dem Eingang des Ostfalia-Hauptgebäudes errichtet werden. Die Kosten für den Aufbau und die Anschlüsse beziffert Cerbe auf rund 40 000 Euro.

Diese könnten im Rahmen eines Projekts zur Verbesserung der E-Mobilität zu 80 Prozent von der NBank gefördert werden. Den restlichen Anteil würde die Ostfalia übernehmen, sagt Cerbe. Einen entsprechenden Förderantrag wolle die Hochschule demnächst stellen.

Die Ladestation soll in das Forschungsprojekt „Schaufenster Elektromobilität“ eingebettet werden, an dem sich die Ostfalia mit weiteren niedersächsischen Hochschulen beteiligt. Cerbe verspricht sich von der Stromtankstelle neue Impulse für Elektrofahrzeuge im Kreis Uelzen. „Hier gibt es ja noch nicht so viele öffentliche Ladestationen.“ Alle Seiten könnten davon profitieren: Ostfalia-Mitarbeiter, die mit strombetriebenen Fahrzeugen zwischen den Hochschulstandorten pendeln, aber auch Besucher, die nach Suderburg kommen. Der Campus schaffe damit einen Anziehungspunkt und sichere sich einen Standortvorteil, meint der Verkehrstechnik-Experte. Er ist überzeugt: „So ein Angebot schafft Nachfrage.“

Betreiber der Ladesäule werde aber nicht die Ostfalia sein. „Das kann nur ein Energieversorger machen“, betont er. Dieser müsse auch die künftigen Preise für das Stromtanken festlegen. Dazu führe die Hochschule derzeit Gespräche mit möglichen Betreibern. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Von Bernd Schossadowski

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