Alternative für Gorleben: Suderburger Ostfalia wartet auf Startschuss für Machbarkeitsstudie

Granitbohrung statt Salzstock?

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Doch kein Endlager in Gorleben? Seit Januar 2011 stehen 102 Behälter mit Wärme entwickelnden Abfällen im Lagerbereich des Transportbehälterlagers Gorleben. Eine Machbarkeitsstudie der Ostfalia, an der auch der Campus Suderburg beteilgt wäre, soll die Suche nach einem alternativen Standort ermöglichen.

Suderburg. Auf der Suche nach einer Alternative für das Atommüllendlager in Gorleben beteiligt sich auch der Campus Suderburg.

Die von Dr. Rolf Bielecki, Vorsitzender der Wissenschaftsstiftung Deutsch-Tschechisches Institut (WSDTI), aufgestellte Vorabstudie „Neue Wege in der Tiefe“ beschäftigt sich mit Konstruktionen und Herstellungsmethoden im kristallinen Gestein wie Granit.

Dabei seien Thermoschock-Untersuchungen durchzuführen, um zu beweisen, dass ein wasserdichter Verschluss der Risse und Klüfte im Gestein durch eine Gesteinsschmelze am Rande des Bohrloches möglich ist. Ein riesiger Bohrer soll einen Schacht mit 16 Metern Durchmesser in 2000 Meter Tiefe treiben. Unten sollen kleine Tunnel mit einem Durchmesser von 2,60 Meter strahlenförmig vom Hauptschacht weg laufen. Darin sollen dann die Endlager-Container aufgestellt werden.

Diese Veröffentlichung ist die Grundlage einer in den nächsten zweieinhalb Jahren von den niedersächsischen Hochschulen Clausthal-Zellerfeld und Ostfalia (Campus Suderburg) federführend mit ausländischen Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten aufzustellenden Machbarkeitsstudie. „Antragsteller für die Machbarkeitsstudie sind die Hochschulen in Suderburg und in Clausthal“, sagt Bielecki. Allerdings arbeiten der Vorsitzende der WSDTI und der Campus Suderburg noch nicht zusammen. „Wir sind noch in der Antragsphase beim Bundeswissenschaftsministerium“, erklärt Bielecki. Der Antrag werde technisch für das Bundeswirtschaftsministerium in Karlsruhe geprüft. „Dort liegen die Unterlagen gerade vor“, sagt Bielecki, der übrigens für die vierte Elbtunnelröhre verantwortlich war. Die Vorabstudie ist wiederum die Grundlage für die Machbarkeitsstudie. „Erst wenn das Okay aus Karlsruhe vorliegt, werden wir in die Detailplanungen einsteigen“, erklärt Albrecht Meissner, der Dekan des Campus Suderburg. Fest stehe jedoch bereits, dass die Projektleitung nicht am Ostfalia-Standort, sondern in Clausthal sein wird. Meissner: „Wir werden uns einiger Dinge annehmen, die zu uns passen.“

Die Kosten der Machbarkeitsstudie schätzt Dr. Rolf Bielecki auf rund vier Millionen Euro.

Von Jörn Nolting

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