Gerdauer Straße „In der Worth“: Fronten zwischen Anwohnern und Landwirt verhärten sich

Ein Anhänger setzt Grenzen

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Bunte Blumen an altem Anhänger: Weil sich die Anwohner der Gerdauer Straße „In der Worth“ an dem alten Silo-Anhänger stören, haben sie ihn kurzerhand mit Blumen geschmückt, um sich mit dem ungewohnten Anblick zu arrangieren.

Gerdau. Ein alter Silo-Anhänger macht dem Gerdauer Werner Bollhorn das Leben schwer. Der Fasswagen steht genau gegenüber von seiner Einfahrt – und das nicht erst seit gestern. „Seit Sonntag vor 14 Tagen“, sagt der Gerdauer.

Mit dem Auto komme er auf sein Grundstück, doch mit einem Anhänger sei es sehr problematisch. Seit dem Wochenende wurde das Gefährt mit zahlreichen Blumen geschmückt.

Der nicht zugelassene Silo-Anhänger gehört dem Landwirt und CDU-Ratsherren Stefan Kleuker – seinem Nachbarn. Das Verhältnis der beiden ist angespannt, schließlich hatte Kleuker in der Vergangenheit für die Entwidmung der Straße „In der Worth“ geklagt, die über seine Hofstelle führt und Recht bekommen. Bollhorn und weitere Anlieger der Straße hingegen wollten verhindern, dass die Straße teilweise entwidmet wird. Doch das Verwaltungsgericht gab dem Landwirt Recht, sehr zum Ärger von Bollhorn und seinen Mitstreitern. Nun steht der Fasswagen an der Straße. Stefan Kleuker sagt, er habe ihn einfach nur auf seinem Grundstück abgestellt. „Das gehört zum Hofgrundstück“, weiß Kleuker. Sonst parke dort sein Nachbar Werner Bollhorn sein Auto. „Herr Kleuker hatte wohl Probleme, mit seinem Mähdrescher durch die Straße zu kommen“, entgegnet der Nachbar des Landwirts. Und tatsächlich: Stefan Kleuker habe nach eigener Aussage seinen Nachbarn Werner Bollhorn gebeten, sein Auto während der Ernte wegzufahren. Der Landwirt wünscht sich, dass man zumindest miteinander rede, bevor gehandelt wird. Auch im Falle des Schmückens des Anhängers. „Ich nehme an, das waren die Anwohner“, sagt Bollhorn. Aber nicht nur die: Auch Stefan Kleuker und seine Familie habe mitgemacht: „Wir haben den Anhänger mit Sonnenblumen geschmückt.“ Schließlich freue er sich, dass sich die Anwohner mit dem Fasswagen auf ihre Weise arrangieren. Es sei keine Provokation, betont eine Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden will. Die Frauen wollten es einfach ein wenig hübsch machen. „Ursprung ist ja die ganze Geschichte um die Eidmung“, sagt die Anwohnerin. „Es ist noch nicht zuende. Solange wir nicht miteinander reden, wird es immer weitergehen“, seufzt Kleuker. In seinen Augen hätten die Anwohner das Wegerecht unterschreiben sollen, das er ihnen vor einigen Jahren angeboten hatte, Doch sie lehnten ab. Nun wird ein geschmückter Silo-Anhänger weiterhin symbolisch die verhärteten Fronten darstellen.

Von Jörn Nolting

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