Rollende Werbung fürs Baugebiet

Gemeinde Gerdau bestückt Lkw mit Infoschildern – Opposition kritisiert Zeitverzug

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Die Erweiterungsfläche für das Gerdauer Baugebiet „Hofkoppel“: SPD und FWG im Rat beklagen, dass die Gemeinde die Werbung für Bauplätze zu lange vernachlässigt hat. Der Bürgermeister weist das zurück. 

Gerdau – Das Baugebiet „Hofkoppel“ in Gerdau steht zur Erweiterung bereit. Seit etwa einem Jahr ist ein Teilstück des zweiten Abschnitts fertig erschlossen, 15 Grundstücke könnten dort laut Bürgermeister Stefan Kleuker (CDU) entstehen.

Doch bislang gibt es dafür keine Interessenten. Schuld daran sei die fehlende Vermarktung, kritisieren jetzt SPD und FWG im Gerdauer Gemeinderat. Sie werfen Kleuker und der CDU-Mehrheitsfraktion Versäumnisse vor, die zu Zeitverzögerungen geführt hätten.

„Man hätte schon vor einem Jahr beginnen müssen, das Gebiet zu vermarkten“, sagt Wolfgang Hahnemann (SPD). Mit Blick auf die brachliegende Fläche fügt er spöttisch hinzu: „Überall ist die Nachfrage nach Bauplätzen groß, nur in Gerdau haben wir ein wunderschönes Naturschutzgebiet hingesetzt.“ Hahnemann und Hermann Meyer (FWG) hätten sich eine intensive Internet-Werbung für das Baugebiet gewünscht.

Bürgermeister Kleuker weist die Kritik entschieden zurück. Er habe die Mitglieder des Gerdauer Rates schon vor Monaten gebeten, Ideen für die Vermarktung des zweiten Abschnitts der „Hofkoppel“ vorzulegen. Von SPD und FWG seien aber nur unzureichende Vorschläge gekommen, bedauert Kleuker.

Seit einigen Wochen gebe es aber eine überregionale Werbung: Auf der Rückseite von Lastwagen zweier örtlicher Unternehmen habe die Gemeinde Schilder mit Hinweisen auf freie Baugrundstücke in Gerdau angebracht. Zudem sei neben der einstigen Sparkassenfiliale des Ortes ein großes Werbebanner aufgehängt worden. Auf der Internetseite www.gerdau.de werde ebenfalls auf Bauplätze hingewiesen, so Kleuker.

Auch bei einem zweiten Projekt hätten sich SPD und FWG eine zügigere Umsetzung erhofft. Es geht um den Umbau der Gerdauer Grundschule. Im zweigeschossigen Trakt will die Gemeinde vier Räume für Treffen von Vereinen oder sonstige Veranstaltungen einrichten (AZ berichtete). Dazu wurde vor Kurzem ein Nutzungsänderungsvertrag mit der Samtgemeinde Suderburg abgeschlossen.

Wolfgang Hahnemann, Ratsmitglied (SPD)

„Wir sehen nicht, dass es dort irgendwie weitergeht und sich etwas tut“, sagt Hahnemann. Kritik äußert auch Meyer: „Nur noch bis zum 30. Juni 2020 können Leader-Fördermittel abgerufen werden. Doch es ist noch nicht mal die Ausschreibung für die Umbauarbeiten erfolgt. Das wird eng.“ Konkret geht es um eine angestrebte Förderung von 120.000 Euro.

Stefan Kleuker, Bürgermeister (CDU)

Auch hier vertritt Kleuker eine andere Meinung. Es gebe keine Verzögerungen durch die Gemeinde, denn diese habe in den vergangenen Monaten noch wichtige rechtliche Fragen klären müssen. Inzwischen sei die Baugenehmigung eingetroffen. „Alle Unterlagen liegen jetzt beim Amt für regionale Landesentwicklung. Ich hoffe, dass wir den Förderbescheid bald bekommen“, sagt Kleuker. Für die Kritik von SPD und FWG hat er kein Verständnis: „Wir dürfen vorher weder mit dem Umbau anfangen noch die Arbeiten ausschreiben, sonst ist die Förderung weg.“

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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