RMG hat nicht benötigten Behälter einfach zerquetscht

Ärger in Gerdau: Gelbe Tonne wird selbst zu Müll

Inge und Wolfgang Hahnemann aus Gerdau mit ihrer neuen, nur noch 120 Liter fassenden gelben Tonne.
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Inge und Wolfgang Hahnemann aus Gerdau mit ihrer neuen, nur noch 120 Liter fassenden gelben Tonne. Die ursprüngliche, nicht mehr benötigte 240-Liter-Tonne wurde im RMG-Müllfahrzeug zerquetscht.
  • Bernd Schossadowski
    VonBernd Schossadowski
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Auf diesen Moment hatte Inge Hahnemann lange gewartet. Im März hatte die RMG Rohstoffmanagement GmbH, die mit der Abfuhr der gelben Tonnen im Kreis Uelzen beauftragt wurde, der Gerdauerin eine gelbe Tonne mit 240 Litern Volumen ausgeliefert.  Doch für ihren Zwei-Personen-Haushalt war diese viel zu groß. Auf schriftliche Bitte hin erhielten die Hahnemanns daraufhin im Juni eine 120-Liter-Tonne. RMG nahm den größeren Behälter jedoch nicht mit.

Gerdau - Als Inge Hahnemann vor ein paar Tagen ihre nicht mehr benötigte 240-Liter-Tonne einem RMG-Mitarbeiter vor ihrer Haustür zurückgeben wollte, glaubte sie, ihren Augen nicht zu trauen: Anstatt die Tonne mitzunehmen und anderen Bürgern zur Verfügung zu stellen, wurde der Behälter kurzerhand im Müllfahrzeug hydraulisch zerquetscht, schildert Inge Hahnemann.

 „Mir blieb die Spucke weg“

Inge Hahnemann

An jenem Tag war RMG zur regulären Abfuhr der gelben Tonnen in ihrer Straße unterwegs. Die Gerdauerin fragte den Fahrer des Müllfahrzeugs, wann ihre große, nicht mehr benötigte Tonne denn nun abgeholt werde. „Der Mitarbeiter hat sie daraufhin genommen und hinten ins Fahrzeug reingehoben. Mir blieb die Spucke weg“, erzählt Inge Hahnemann. Offenbar war das kein Einzelfall, denn der RMG-Mitarbeiter habe zu ihr gesagt: „Das ist schon die dritte Tonne.“ Außerdem habe er ihr zu verstehen gegeben, dass das der schnellere Weg sei. Denn normalerweise würde der Austausch gelber Tonnen drei bis vier Wochen dauern, berichtet Inge Hahnemann.

Auch ihr Ehemann Wolfgang ist darüber empört. „Ich finde das unmöglich“, sagt er. Seiner Meinung nach wäre es viel sinnvoller gewesen, wenn RMG die 240-Liter-Tonne unbeschädigt mitgenommen und danach an andere Haushalte ausgeliefert hätte. „Der Mitarbeiter hätte mir auch sagen können: ,Behalten Sie die Tonne und machen Sie damit, was Sie wollen.‘ Dann hätte ich darin zum Beispiel Kompost aus meinem Garten lagern können. Aber diese Art und Weise der Müllentsorgung geht gar nicht“, schimpft Wolfgang Hahnemann. RMG glaube wohl, mit dem Zerstören der Tonne sei der Fall erledigt und man habe keine Probleme mehr damit.

RMG-Pressesprecher Marius Schröder betont jedoch, „dass es keineswegs der Praxis entspricht, dass nicht benötigte gelbe Tonnen in Müllfahrzeugen mitgenommen werden“. Die Worte „Zerstören“ oder „Zerquetschen“ im Zusammenhang mit Hahnemanns Tonne vermeidet er jedoch in seiner Antwort auf die Anfrage der AZ.

„Üblicherweise werden nicht länger benötigte gelbe Tonnen nach Absprache mit den Bürgerinnen und Bürgern an der Anfallstelle abgeholt, gereinigt und kommen dann dort zum Einsatz, wo sie benötigt werden“, erklärt Schröder. „Dieses Vorgehen wurde auch noch einmal ausdrücklich von den vor Ort verantwortlichen Mitarbeitern bestätigt.“

Für Wolfgang Hahnemann bleibt trotzdem ein schaler Beigeschmack. „Auf dem Deckel der gelben RMG-Tonne steht,Mülltrennung wirkt‘. Und die schmeißen die Tonne einfach ins Fahrzeug rein“, wundert er sich.

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