Ausschuss will Ersatzbeschaffung dennoch vorziehen

Gaspedal durchtreten und starten: Dreilinger Feuerwehrfahrzeug läuft wieder

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Ortsbrandmeister Günther Winkelmann hatte das Dreilinger Feuerwehrfahrzeug abgemeldet, weil es häufig nicht ansprang. Kfz-Meister Dirk Walter Amtsfeld attestiert dem 28 Jahre alten VW-Kleinlaster, dass er einsatzbereit ist.

Suderburg/Dreilingen. Eine Feuerwehr ohne Auto – das geht eigentlich nicht. Deshalb hatte Dreilingens Ortsbrandmeister Günther Winkelmann im April Alarm geschlagen, als seine Leute in ihren Privatwagen zu einem schweren Verkehrsunfall ausrücken mussten (AZ berichtete).

Dirk-Walter Amtsfeld

Auf ihre Ausrüstung mussten sie auch verzichten, denn das 28 Jahre alte Feuerwehrauto sprang längst nicht immer an. Winkelmann hatte das Tragkraftspritzenfahrzeug vom Typ VW LT deshalb bei der Leitstelle abgemeldet. Am Mittwochabend gab es im Feuerschutzausschuss in Suderburg eine Überraschung: Statt eines dreistelligen Kostenvoranschlags stellte der Gutachter fest, dass der Wagen fahrbereit ist. Dennoch möchte der Ausschuss die Beschaffung eines Ersatzfahrzeugs um ein Jahr auf 2019 vorziehen.

„Das Fahrzeug macht einen technisch und optisch altersgemäß guten Eindruck“, berichtet der Gutachter, bei dem es sich um Samtgemeinderatsmitglied Dirk-Walter Amtsfeld handelt. Auch angesprungen sei der betagte Kleinlaster, man müsse nur die Besonderheiten der fast drei Jahrzehnte alten Technik des Sechszylinders berücksichtigen. „Wenn Leute ins Fahrzeug steigen, die die Technik nicht kennen, kriegen sie das Fahrzeug nicht in Gang.“

Was folgt, ist eine kleine Bedienungsanleitung für alte Feuerwehrautos. „Man muss das Gas voll durchtreten, dann öffnet sich eine Klappe, und das Fahrzeug springt gut an“, erklärt der Eimker Kfz-Meister. Zweites Problem: Feuerwehrleute sind häufig Kurzstreckenfahrer, in Dreilingen geht es meist nur bis zum Übungsplatz. Kurzum: Motor und Abgasanlage waren verrusst. Amtsfeld empfiehlt: Ab und zu eine Spritztour nach Soltau einlegen, um den Motor so richtig „durchzupusten“. „So ein Sechs-Zylinder-Motor braucht Bewegung“, rät der Experte.

Entwarnung gibt es dennoch nicht. „Zunächst ging das. Jetzt qualmt er wieder“, beharrt Ortsbrandmeister Winkelmann. „Dazu kommt, dass das Rollo hinten wieder kaputt ist. Da gibt es keine Ersatzteile mehr.“

Deshalb folgt der Ausschuss auch einstimmig dem Vorschlag von Gemeindebrandmeister Reimund Mentzel: „Wir wissen, dass das Fahrzeug mal läuft, mal nicht läuft. Wir müssen den Schritt gehen und ein neues Fahrzeug bestellen.“ Angeschafft werden soll ein gebrauchtes Tragkraftspritzenfahrzeug mit Allradantrieb, wenn nicht verfügbar auch ein Neuwagen.

Für einen Gebrauchten rechnet Ordnungsamtsleiter Reinald Müller mit Kosten von 35 000 bis 40 000 Euro, Neufahrzeuge sind für Preise zwischen 65 000 und 70 000 Euro zu bekommen. Der Betrag soll, wenn der Samtgemeinderat zustimmt, in einen Nachtragshaushalt 2018 eingestellt werden.

Von Gerhard Sternitzke

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