Ausschuss empfiehlt Erhöhung in Böddenstedt, Dreilingen und Räber um 50 Prozent

Friedhofsgebühren in der Samtgemeinde Suderburg sollen kräftig steigen

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Der Friedhof in Räber ist einer von dreien in der Zuständigkeit der Samtgemeinde Suderburg. Jetzt hat sich der Wirtschafts- und Verkehrsausschuss für eine Erhöhung der Gebühren um 50 Prozent ausgesprochen.

Suderburg – Schon seit geraumer Zeit sind die drei Friedhöfe der Samtgemeinde Suderburg – in Böddenstedt, Dreilingen und Räber – nicht immer kostendeckend (AZ berichtete). Der Grund sind immer weniger Bestattungen bei steigenden Ausgaben.

Jetzt hat sich der Wirtschafts- und Verkehrsausschuss einstimmig für eine neue Gebührensatzung ausgesprochen, mit der die Friedhöfe finanziell wieder in gesicherte Bahnen gelenkt werden soll. Der Haken daran: Die Erhöhung der Gebühren beträgt im Schnitt satte 50 Prozent.

Allerdings ist es die erste Anhebung, seitdem die aktuelle Satzung im April 2003 in Kraft getreten ist. Nach dem Vorschlag der Samtgemeindeverwaltung sollen Reihengrabstätten für Verstorbene ab dem vollendeten fünften Lebensjahr künftig 390 Euro kosten – bislang waren es 260 Euro. Bei Wahlgrabstätten soll die Gebühr für Erdbestattungen von 450 auf 675 Euro steigen, für Urnengrabstätten von 200 auf 300 Euro und für Rasenreihengrabstätten von 1.400 auf 2.100 Euro. Die Nutzungsdauer beträgt jeweils 30 Jahre.

Mit Einführung der neuen Gebührensatzung will die Samtgemeinde auch zusätzliche Bestattungsformen anbieten. So sollen erstmals Urnengrabstätten unter Bäumen (1.650 Euro) und anonyme Urnenbestattungen (750 Euro) ermöglicht werden.

In der Ausschuss-Sitzung stieß das auf ein positives Echo. „Die Bestattungsformen haben sich wesentlich gegenüber früher geändert. Es ist gut, dass neue, moderne Formen angeboten werden“, meinte Einzelbewerber Götz Schimmack. Schließlich gebe es zwischen einzelnen Friedhöfen Konkurrenz hinsichtlich der Bestattungsmöglichkeiten. „Wir sollten den Wünschen der Hinterbliebenen nachkommen und uns dem Wettbewerb stellen“, sagte Schimmack.

Stephan Appelt (CDU) regte an, auch Urnenbestattungen in einem Heidegrabfeld anzubieten. Dazu müsste auf den Friedhöfen eine gesonderte Fläche geschaffen werden. Diesem Vorschlag folgte der Ausschuss ebenfalls. Die Gebühren für diese Bestattungsform sollen 750 Euro betragen. Damit würde auch dem aktuellen Trend entsprochen, erklärte der Suderburger Bestatter Frank Krüger, der die Sitzung als Zuhörer verfolgte. „Es hat sich in den letzten Jahren schlagartig gewandelt: Es gibt immer mehr Urnen- statt Erdbestattungen – und es wird noch mehr werden“, berichtete er.

Darüber hinaus empfahl der Ausschuss, Bestattungen künftig auch an Sonnabenden zu ermöglichen. „Wir sind ein Dienstleister und sollten das anbieten“, betonte Michael Luther (WSL). Das sah Kristina Hermann (Grüne) genauso. „Der Samstag ist ein Werktag, und der sollte mit in die Satzung rein“, meinte sie. Lediglich Hinrich Müller (SPD) warnte davor: „Wenn wir das samstags ermöglichen, wird es Konflikte geben.“ Über die neue Gebührensatzung und die zusätzlichen Bestattungsformen diskutiert demnächst der nichtöffentliche Samtgemeindeausschuss. Das letzte Wort hat der Samtgemeinderat.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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