Freiwillige Helfer sammeln und spenden Brennholz für die Menschen im Flutgebiet

Alle für das Ahrtal

Freiwillige laden Brennholz für das Ahrtal auf einen Lkw
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Die Freiwilligen laden das Brennholz für das Ahrtal auf den Lkw einer Celler Spedition (von links): Harald Barenschee, Thomas Einig, Christian Schulz (im Stapler) und Joachim Evers. Rechts daneben der Fahrer der Spedition. Auf dem Foto nicht zu sehen: Matthias und Tasja Zsiska, die ebenfalls anwesend waren, sowie Fabian und Martina Bünger, die fehlten, aber an den Hilfsaktionen maßgeblich beteiligt sind.

Vor dem Hof von Christian Schulz in Nienwohlde steht ein riesiger Lkw mit Celler Kennzeichen. Ein Linienbus muss auf der engen Straße den Grünstreifen voll ausnutzen, um seine Strecke einhalten zu können. Doch der Aufwand ist es wert: Der Sattelschlepper wird mit Brennholz für das im Juli durch die Flut arg gebeutelte Ahrtal beladen.

Nienwohlde - Die Helfer machen „ihre“ Arbeit ehrenamtlich. Nicht für Geld, sondern für die Menschen. Einige tragen gestern T-Shirts mit dem Aufdruck „Zusammenheld – Sommer 2021“, die sie sich auf mehreren Hilfseinsätzen vor Ort verdient haben. „Als wir das letzte Mal unten waren, da war es nachts schon ziemlich kalt“, erklärt Thomas Einig, der wie alle hier schon an mehreren Ahrtal-Aktionen beteiligt war. Da so gut wie keine Heizung vor Ort mehr funktioniere, einige Leute jedoch noch über einen Ofen oder Kamin verfügen, sei Christian Schulz die Idee zur Brennholz-Sammlung gekommen. „Die habe ich über meinen Whats-App-Status verbreitet und sofort Resonanz bekommen“, sagt Schulz, der auch seinen Hof als Sammelstelle angeboten hat.

Harald Barenschee aus Klein Süstedt reagierte auf den Aufruf und stellte selbst eine große Menge Scheite zur Verfügung. Christian Schulz organisierte über eigene Kontakte einen Lkw einer Celler Spedition, die sich bereit erklärte, die Fracht kostenlos ins Ahrtal zu transportieren. Der Sattelschlepper hielt somit zuerst bei Barenschee in Klein Süstedt und kam schon mit Ladung in Nienwohlde an. Dort wird der verbliebene Stauraum mithilfe von Gabelstaplern gefüllt. Schulz selbst fährt einen und zeigt sein ganzes Können an der Maschine. Da der Hof von der Straße her abfällt und ein Bordstein zu überwinden ist, wackeln die großen, mit je zwei Schüttmetern gefüllten Transportsäcke hin und her.

Doch nur einer kippt um. Sofort eilen die anderen Helfer herbei und sammeln die ausgekippten Scheite auf. Mit dem Stapler wird der Sack wieder aufgerichtet und – wie die anderen auch – verladen. Am Ende stehen 24 große Säcke im Lastwagen, mit breiten Sicherungsgurten fest verschnürt. „Wir haben aber schon genug für einen zweiten Lkw“, kommentiert Harald Barenschee die fertige Ladung.

Des Weiteren sollen auch noch mehr große Lüftungsgeräte nach Rheinland-Pfalz transportiert werden. „22 Stück habe ich schon hingebracht“, sagt Christian Schulz. „Ich habe letzte Woche auch drei Stück runtergefahren“, ergänzt Matthias Zsiska, ein weiterer Helfer. Nach getaner Arbeit werden dann von den Anwesenden schon die nächsten Einsätze geplant.

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