Hösseringen: Kritik an LTE-Technik von Vodafone / Pressesprecher weist Vorwürfe zurück

Firmen in der Funkloch-Falle

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Der Mobilfunkanbieter Vodafone ist derzeit dabeu, die „weißen Flecken“ im Breitbandnetz mit der neuen Funktechnik LTE zu erschließen.

Hösseringen/Landkreis. Wer im Landkreis Uelzen mit dem Auto unterwegs ist, kennt das Phänomen: Erst hört man den Gesprächspartner noch gut, kurze Zeit später spricht man ins Leere. Funklöcher.

Der Mobilfunkanbieter Vodafone ist dabei, die „weißen Flecken“ der Netzversorgung mit dem Datenturbo LTE (Long-Term-Evolution) zu schließen. Angebot sowie Verhalten der Vodafone-Vertreter stößt Unternehmern in Hösseringen aber übel auf. In einem offenen Brief machen sie ihrem Ärger Luft.

LTE-Pakete seien zu teuer, der Datentransfer für Unternehmer zum Teil zu langsam und unzuverlässig (Seite 1). Vorwürfe, die Bernd Hoffmann, Leiter der Regionalpressestelle Vodafones, so nicht stehen lassen möchte. Der ländliche Raum werde Schritt für Schritt über die schnelle Funktechnik LTE, die sich zudem durch eine hohe Reichweite auszeichnet, erschlossen. Bereiche, die bisher kein Breitbandinternet nutzen konnten oder nur Zugang zu sehr langsamem Datentransfer hatten, werden durch LTE ans Netz gebracht. Beschwerden über hohe Ausbaukosten lässt er nicht gelten: „Da für die neue Mobilfunktechnik LTE keine Kabel verlegt werden müssen und bestehende Funkanlagen genutzt werden können, ist das im Gegensatz zum Tiefbau sogar eine kostengünstige Variante, die weißen Flecken zu erschließen. LTE ist ebenso schnell und leistungsstark wie kabelgestützte Lösungen und diesen vielfach sogar überlegen.“ Die Verlegung von Glasfaser, wie sie der Hösseringer Architekt Rüdiger Gerolf Biernat in dem offenen Brief fordert, sei wesentlich teurer. Zudem ermöglicht LTE mobiles Surfen.

Zumindest, wenn das Netz funktioniert. Genau das kritisieren derzeit nämlich Einwohner des westlichen Landkreises. Bei einer Familie aus Linden funktioniert seit drei Wochen weder Internet noch Festnetztelefonanschluss. Ein Hanstedter beklagte Störungen beim mobilen Internetzugriff. Probleme, die Vodafone bisher nicht in den Griff bekommen hat.

Die Hösseringer Unternehmer kritisieren derweil generell die Entscheidung der Politik, Vodafone den Ausbau des Breitbandes zu überlassen. „Mit dem Einsatz von Vodafones LTE wird künstlich ein Monopol geschaffen. Eine bezahlbare Alternative gibt es nicht“, sagt Biernat.

Das Land Niedersachsen hatte im Frühjahr 2010 den Zuschlag für den Ausbau des Breitbandnetzes im „Heide Cluster“ (Kreise Uelzen, Lüneburg, Soltau-Fallingbostel und Lüchow-Dannenberg) an Vodafone erteilt (die AZ berichtete).

Doch nicht nur die Technik, auch die Art der Vertragsvermittlung mahnen die Unternehmer in ihrem Brief an: Einwohner des Ortes seien durch Vodafone-Drückerkolonnen bedroht und genötigt worden, Verträge abzuschließen. Vodafones Pressesprecher Hoffmann stellt auf AZ-Nachfrage aber klar: „Wenn wir von solchen Fällen erfahren und sich die Vorwürfe bestätigen, trennen wir uns sofort von den betreffenden Direktvermarktern. So ist das auch in der Vergangenheit geschehen.“

Von Wiebke Brütt

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