Grillabend in Dreilingen sorgt für unangemeldeten Besuch von Feuerwehr und Rettungskräften

Feuerkorb verursacht Großeinsatz

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Mit Blaulicht zum Einsatzort: In Dreilingen rückte die Feuerwehr am Montagabend vergeblich an.

Dreilingen. Um 18:28 Uhr schlägt der Funkmeldeempfänger am Montagabend von Dreilingens Ortsbrandmeister Günther Winkelmann Alarm: Wohnungsbrand im Trauener Weg. Gleichzeitig geht die Sirene am Feuerwehrhaus los.

Für Winkelmann und sechs weitere Feuerwehrmänner geht es im Einsatzfahrzeug mit Blaulicht sofort zu der angegebenen Adresse.

An das Bild, das ihm sich vor Ort bietet, erinnert sich Winkelmann genau: Anwohner Wilfried Schwede steht vor seinem Haus, neben ihm ein Grill und ein Feuerkorb, und fragt die angerückten Einsatzkräfte: „Was wollt ihr denn hier?“ Ein Fehlalarm. Sofort funkt der Ortsbrandmeister die Entwarnung an seine Kollegen. Der Einsatzleitwagen aus Suderburg und das Löschfahrzeug aus Eimke befinden sich noch auf dem Weg und kehren umgehemd wieder um. Die alarmierten Wehren aus Ellerndorf und Wichtenbeck fahren jedoch bereits am „Unglücksort“ vor. Auch ein Krankenwagen aus Bahnsen trifft am Trauener Weg ein. Mit rund 35 Leuten sind die Einsatzkräfte vor Ort, schätzt Winkelmann.

Gemeldet hatte den vermeintlichen Brand ein Anrufer in der Einsatzleitstelle der Feuerwehr in Uelzen. Von dort aus erfolgte die Alarmierung der Einsatzkräfte. Dass ein aufmerksamer Bürger die Feuerwehr informiert, sei natürlich absolut richtig, sagt Winkelmann. Aber er hätte sich lieber vergewissern sollen, ob es tatsächlich brennt – allein schon, um im Ernstfall vielleicht Hilfe zu leisten.

Der Brandbekämpfer kann sich förmlich ausmahlen, wie es zu dem Missverständnis kam: Wahrscheinlich habe es sich um einen Autofahrer gehandelt, der wie die Feuerwehr aus Richtung Wichtenbeck kam. Dann nämlich versperre eine Hecke die Sicht auf das Grundstück und man sehe nur den Schein des Feuers und den aufsteigenden Rauch. Ein kurzer Blick hinter die Hecke hätte gereicht, um zu erkennen, dass dort nur jemand einen Grillabend vorbereitet hat. Das mussten stattdessen die extra herbeigerufenen Einsatzkräfte erledigen. „Begeistert ist man da nicht“, erklärt Winkelmann sein Befinden in dieser Situation. Glücklicherweise käme es dazu nur sehr selten.

In der Einsatzleitstelle der Feuerwehr in Uelzen weiß man von mehreren solcher Fälle, aber es gelte natürlich stets das Motto „lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig“. Es sei sehr wichtig, dass die Bürger aufmerksam seien und sich bei einem Vorfall auch schnellstmöglich melden. Schließlich zählt im Ernstfall jede Sekunde.

Wer sich vor Missverständnissen wie dem in Dreilingen schützen möchte, kann das Aufstellen eines Feuerkorbs vorsichtshalber bei der Gemeinde anmelden – auch wenn hierzu keine Verpflichtung besteht. Über jedes dort bekannte Feuer liegen die Informationen nämlich auch in der Leitstelle vor.

Da niemand so recht Schuld an dem vergebens betriebenen Aufwand in Dreilingen ist, trägt die Samtgemeinde Suderburg als Träger der Feuerwehr die Kosten für den Einsatz. Da es sich um ehrenamtliche Kräfte handelt und auch kein Material verbraucht wurde, beschränken sich die Kosten auf das verbrauchte Benzin der Fahrzeuge.

Von Karsten Tenbrink

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