Konzert in Gerdauer Kirche läutet 500-Jahr-Feier zur Reformation ein

Feuer und Wasser als musikalisches Finale

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Der Posaunenchor Böddenstedt unter der Leitung von Heinrich Drögemüller bescherte den Zuhörern in der Gerdauer Kirche einen anspruchsvollen musikalischen Reigen.

Gerdau. An welcher Stelle hat der Böddenstedter Posaunenchor einen Satz aus Händels Wassermusik ins Feuerwerk eingeschleust? Ein musikalisches Rätsel gab Moderator Carsten Chors den Zuhörern in der voll besetzten Gerdauer St.-Michaelis-Kirche beim Reformationskonzert mit auf den Heimweg.

Denn ein Satz der großen Komposition des barocken Meisters fehlte im „Schatzkästlein“ der Posaunisten. Doch diese wussten sich zu helfen und fügten Feuer und Wasser zum fulminanten Finale eines wunderbaren Konzertabends zusammen.

Der Posaunenchor Böddenstedt unter der Leitung von Heinrich Drögemüller bescherte den Gästen einen anspruchsvollen musikalischen Reigen. Jan Kukureit begleitete nicht nur die Lieder der Gemeinde an der Orgel, sondern hatte mit Franz Xaver Schnizers fröhlicher Sonate B-Dur ein Stück mitgebracht, das fidele Jahremarktklänge mit ernsthafter Eindringlichkeit verknüpft und mit Schlichtheit bezaubert. Mit dem zarten Präludium G-Dur von Felix Mendelssohn-Bartholdy fing er die Zuhörer endgültig ein.

Das Konzert läutete das Reformationsjubiläum 2017 im Landkreis ein. „Wir freuen uns, die 500-Jahr-Feier zur Reformation in Gerdau starten zu können“, sagte Carsten Cohrs, der durchs Programm führte. „Luther war nicht nur Bibelübersetzer und Reformator, sondern auch großer Texter und ein richtiger Marketingprofi. Er nahm Volkslieder, Gassenhauer und Liebeslieder, schrieb seine Texte unter diese Lieder“, sagte er. Eines dieser Lieder ist „Vater unser im Himmelreich“, das die Gemeinde gemeinsam sang.

Mit Humperdincks Abendgebet und dem Pilgerchor aus Wagners Tannhäuser folgten zwei musikalische Höhepunkte, die in die Moderne überleiteten: ein sechsstimmiges Musikstück, das Michael Schütz aus zwei Liedern geformt hat.

Dann kamen die Anfängerbläser an die Reihe. Dominik, Jessica und ihre Eltern führten vor, was sie im Unterricht gelernt hatten. Romantisch und jazzig kamen danach „Gabriella‘s song“ und Johannes Matthias Michels „Intrade“ daher. Dazwischen erklang Scott Joplins flotter „Entertainer“, der einen der schönsten Momente des Abends bescherte.

Geehrt wurden Jürgen Niemann und Henning Stolte für 40-jährige Mitgliedschaft im Posaunenchor sowie der Ehrenvorsitzende Heinrich Drögemüller. Er ist seit 76 Jahren Bläser und leitete den Chor viele Jahre, bevor er ihn an Sohn Heinrich weitergab.

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