„Suderburger Schrittmacher“ luden zu Diskussion über Fusion / Resonanz blieb überschaubar

Es fehlte die Brisanz

Suderburg. So richtig wusste an diesem Abend niemand, wer eigentlich die „Suderburger Schrittmacher“ sind. Die aber hatten zu einem Diskussionsabend eingeladen, um Fusionsabsichten zwischen der Samtgemeinde Suderburg und der Stadt Uelzen zu hinterleuchten.

Die „Schrittmacher“ bekunden sich als Gegner erzwungener Fusionen. Für sie seien nur freiwillige kommunale Zusammenschlüsse akzeptabel, die gleichzeitig einen dezentralen fachlich qualifizierten Bürgerservice gewährleisteten und die durch einen Bürgerentscheid begleitet würden.

Eine Handvoll Suderburger Bürger fand sich in einem zunehmend kälter werdenden Saal im Gasthaus Müller ein, um mit den Ratsmitgliedern Wolfgang Hahnemann (SPD), Manuela Arndt (Bündnis 90/Die Grünen) und Dierk Pellnath (WSL) zu diskutieren. Die CDU hatte keinen Vertreter entsandt. Für den verhinderten Prodekan der Ostfalia-Hochschule, Professor Dr. Martin Wallroth, übernahm Borvin Wulf als einer der „Suderburger Schrittmacher“ die Moderation des Abends.

Eine vielleicht erwartete Podiumsdiskussion kam nicht zustande. Eine mögliche Brisanz war dem Abend mit der Vorlage eines Papiers der Suderburger Ratsmitglieder entzogen: In einer einstimmigen Erklärung nämlich hält der Suderburger Gemeinderat am Status quo fest und spricht sich parteiübergreifend für einen Erhalt der Samtgemeinde Suderburg aus. Eine Entscheidung über mögliche Zusammenschlüsse mit der Stadt Uelzen oder benachbarte Samtgemeinden könne danach derzeit nicht gefällt werden – und müsse es auch nicht. Denn eine Entschuldungshilfe werde es ja in keinem Fall geben, da die Samtgemeinde Suderburg mit ihren drei Mitgliedsgemeinden die Selbstentschuldung bereits soweit vorangetrieben habe, dass man diese auch aus eigenen Kräften bewältigen könne.

Eine Fusion, gleich welcher Art, würde nach Ansicht von Dierk Pellnath den Verlust der Haushaltshoheit bedeuten. Auf Entscheidungen finanzieller Art hätte man keinen direkten Einfluss mehr. Hebesätze und Gebührenordnungen würden sich anders gestalten als von den Suderburgern gewollt. „Es wird noch viel Wasser die Hardau hinunterfließen, bevor es zu einer Fusion kommen wird.“

Einen kontroversen Kurs ging auch Wolfgang Hahnemann nicht ein, obwohl sich die SPD vor der gemeinsamen Erklärung durchaus eine Fusion mit der Stadt Uelzen hätte vorstellen können. Entgegen den „Schrittmacher“-Ansichten sieht er einen möglichen Suderburger Ortsrat im Stadtparlament nicht geschwächt. „Personell sind die Ortsräte stärker bestückt als der Rat der Kernstadt.“ Der Bürger als Wähler könne über die Stärke eines Ortsrates entscheiden.

Manuela Arndt ging noch etwas weiter. Sollte es irgendwann mal zu einer Fusion kommen, dann sollte allen Bürgern die Möglichkeit gegeben werden, hierüber direkt entscheiden zu können.

Das sah wohl auch die Mehrheit der knapp 20 anwesenden Bürger so. Bekräftigt wurde das durch Bürgermeister Hans-Hermann Hoff (Grüne), der eine Fusion mit der Stadt Uelzen bisher lediglich als Gedankenspiele bezeichnete. Er lud zu einer Einwohnerversammlung am 17. Dezember ein, bei der über Einzelheiten des gemeinsamen Ratsbeschlusses zu Fusionsabsichten informiert werde.

Von Ulrich Bleuel

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