Suderburg: Zu wenig Angebote für Ältere /Kreisverwaltung beaufragt Studie zur Demografie

„Es fehlen die Kinder“

Beschädigen das Image des Ortes: Die Leerstände in Suderburg zählen zu den Schwächen des Suderburger Landes. Keine Leerstände dagegen gibt es in kleinen Orten wie Gerdau und Bohlsen. Archivfoto: Brütt

Uelzen/Suderburg. Zwischen 2000 und 2010 ist die Einwohnerzahl in der Samtgemeinde Suderburg auf 94,5 Prozent gesunken, eine Entwicklung, die sich so und ähnlich in fast allen Gemeinden des Landkreises Uelzen vollzieht. „Die Statistiken sind deutlich“, weiß Dr.

Franziska Lehmann vom Bremer Büro proloco, die sich in den vergangenen Monaten im Auftrage der Kreisverwaltung Uelzen mit diesem Thema beschäftigt hat und ihre Ergebnisse in Suderburg präsentierte.

„Was ist zu tun, wenn die Bevölkerung schrumpft?“ Im Rahmen einer Studie sollen Handlungsempfehlungen zur Siedlungsentwicklung im ländlichen Raum erarbeitet werden. Gibt es Wohnungsleerstände im Dorf? Kann die soziale und verkehrliche Infrastruktur erhalten werden? Wie funktioniert Nahversorgung in dünner besiedelten Gegenden? Wohin geht die Entwicklung in Sachen Freizeit, Kultur und Tourismus? Das sind nur einige Fragen, für die Lösungsansätze gefunden werden sollen.

Zunächst aber galt es, die Situation zu analysieren, Stärken und Schwächen der Region aufzuzeigen. Die Entwicklung zeichnet sich klar ab: Um weitere 23 Prozent wird die Bevölkerungszahl in den nächsten 20 Jahren voraussichtlich schrumpfen, der Anteil an alten Menschen wird sich gegenüber Kindern und Jugendlichen noch mehr erhöhen. Die Größe der einzelnen Haushalte wird abnehmen, ebenso wie deren Anzahl insgesamt sinken wird. „Der Altersdurchschnitt steigt, es fehlen die Kinder“, fasst es Lehrmann zusammen. Davon allerdings müsse man sich nicht ins „Bockshorn jagen lassen, sondern die Augen aufmachen und reagieren“.

Gemeinsam mit den Ratsvertretern aus Gemeinde und Samtgemeinde wurden Stärken und Schwächen im Suderburger Land benannt, zu letzterem zählen etwa Baugebiete, die nicht vermarktet werden können, sowie Leerstände. In Suderburg sind dies Leerstände, die mit ihrer Offensichtlichkeit das Image des Ortes beschädigen können; keine Leerstände dagegen gibt es in kleinen Orten wie Gerdau und Bohlsen. Pluspunkte sind die großen Flächen und die landschaftlich schöne Einbindung, die reizvollen Ortsbilder sowie der Standort der Hochschule in Suderburg. In Suderburg müsse an der Gestaltung des Ortsbildes noch gearbeitet werden, da hier drei kleine Dörfer zusammengewachsen sind, was eine besondere Situation mit sich bringt.

Nach Meinung der Ratsmitglieder reichen die Angebote zur Freizeitgestaltung für Ältere nicht aus, die hausärztliche Versorgung ist zwar nicht in allen kleinen Gemeinden gegeben, insgesamt aber gut. Die Existenz der Schulen ist durch die demografische Entwicklung bedroht, das Kita-Angebot ist gut, die Betreuungszeiten teilweise allerdings knapp. Für Jugendliche bietet die Samtgemeinde wenig. Tourismus und Gaststättengewerbe der Region reagieren zu schwerfällig. Es fehlen die Highlights und es mangelt an Erreichbarkeit. Lehmann kündigte an, dass auch im Bereich Nahversorgung sowie -verkehr künftig neue Ideen gefragt sein werden, möglich wäre etwa eine mobile Grundversorgung durch Dienstleister auf Anfrage.

Franziska Lehmann wird ihre Info-Tour durch den Landkreis in den kommenden Wochen fortsetzen, auf dieser Grundlage können dann Handlungsempfehlungen formuliert werden.

Von Christine Kohnke

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