(Fast) alles in Ordnung

Bürgerinitiative Umweltschutz besichtigt Bohrstelle von Wintershall

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BI Umweltschutz und Dreilinger Bürger durften die Wintershall-Bohrstelle besichtigen.

stk Dreilingen. Wo könnten Schadstoffe entweichen? Wo sind Mensch und Natur gefährdet? Wo die großen Energiekonzerne Erdgas fördern oder gefördert haben, mischt sich die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Uelzen kritisch ein.

So warnte die BI unter anderem vor den giftigen Hinterlassenschaften von Exxon Mobil und Wintershall bei Brambostel und Bohlsen (AZ berichtete). Auch um die Sicherheit rund um den Bohrturm südlich von Dreilingen, wo ein Bohrloch nach jahrzehntelanger Förderung geschlossen wird, waren die kritischen Bürger besorgt. Jetzt lud Wintershall neun BI-Mitglieder und Dreilinger zu einer Besichtigung ein.

Sprecher Bernd Ebeling zeigt sich im Anschluss an den zweieinhalbstündigen Termin beeindruckt: „Was ich gut fand: Die haben uns im Prinzip alles gezeigt. Die waren total offen.“ Der Konzern hatte zu dem Termin immerhin seinen energiepolitischen Sprecher Dr. Peter Westhoff aufgeboten. Ebeling lobt die Bohrstelle im Großen und Ganzen: „Es sind viele Gefahrenbereiche viel besser gekennzeichnet. Es ist alles aufgeräumt.“

Das sieht der Ingenieur, der selbst Kläranlagen plant, auch als Erfolg früher geäußerter Kritik. So hatte er das Unternehmen und das Landesbergamt darauf hingewiesen, dass gefährliche Flüssigkeiten nicht immer sicher zurückgehalten worden seien. Zur Reinigung der Bohrgestänge, erklärt Ebeling, würden zum Teil Biozide eingesetzt. Aufkantungen um den Bohrturm und Pumpen gewährleisteten jetzt aber, dass diese Stoffe nicht in die Umwelt gelangen könnten. Ebeling: „Ich glaube, wenn wir nicht darauf hingewiesen hätten, wäre nichts passiert.“

Nicht erfüllt sieht Ebeling dagegen seine Forderung nach einem zweiten Fluchtweg. Käme es zu einer Verpuffung, befürchtet er, dass Mitarbeitern des Bohrtrupps im hinteren Bereich des Geländes, auf dem viele Container stehen, der Fluchtweg abgeschnitten sein könnte.

Wintershall hat in Dreilingen Z 1 von 1980 bis 2009 insgesamt 275 Millionen Kubikmeter Erdgas gefördert, eine Menge, die für rund 5000 Haushalte im Jahr reichte. Das Bohrloch, das sich in 4700 Metern Tiefe befindet, wird mit einem speziellen Stopfen sowie Zement- und Tonschichten verschlossen, um zu verhindern, dass verbliebenes Gas an die Oberfläche strömen kann.

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